Prof. Dr. Hans-Joachim Muhs ist Chefarzt der Frauenklinik des Clemenshospitals
Prof. Dr. Josef Beuth leitet das Institut zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren der Uni Köln
Prof. Dr. Hans-Joachim Muhs ist Chefarzt der Frauenklinik des Clemenshospitals
Prof. Beuth (l.) und Prof. Muhs während der Vortrags vor rund 60 Zuhörern im Clemenshospital
Rund 60 interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer folgten dem spannenden Vortrag von Prof. Dr. Josef Beuth
Prof. Beuth (l.) und Prof. Muhs während der Vortrags vor rund 60 Zuhörern im Clemenshospital

Alternative Medizin: Was hilft wirklich?

[22.10.2012]

Krebserkrankungen sind bei den Betroffenen mit vielen Ängsten verbunden, entsprechend groß ist das Spektrum an Ratschlägen und Naturheilprodukten, die eine „sanfte“ Therapie versprechen oder ein Wiederkehren der Krankheit verhindern sollen. Doch was ist tatsächlich wirksam, was ist wirkungslos und was schadet eventuell sogar? Mit der Beantwortung dieser Fragen beschäftigt sich das Institut zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren der Universität Köln unter der Leitung von Prof. Dr. Josef Beuth.

„Naturheilkundliche Verfahren können Chemotherapien oder Bestrahlungen nicht ersetzen, sie können aber deren Wirkung unterstützen oder Nebenwirkungen mildern“, erläuterte Beuth während einer Patientenveranstaltung des Brustzentrums Münsterland im Clemenshospital. Zu Beginn seines Vortrags räumte der Experte mit verbreiteten Irrtümern auf: „Sie können den Krebs nicht ‚aushungern’ indem Sie wochenlang nichts essen. Auch die verbreitete These, dass ein vollständiger Verzicht auf Zucker den Tumor bekämpft, ist unhaltbar!“, warnte Beuth die rund 60 Zuhörerinnen und Zuhörer.

Helfen würden allerdings das Spurenelement Selen, bestimmte pflanzliche Enzyme und Linsenextrakte, deren Wirksamkeit das Team um Beuth in zahlreichen Studien nachweisen konnte. Oft seien es einfache Umstellungen der Lebensgewohnheiten, die vorbeugen, Krebstherapien unterstützen oder dem Wiederaufflammen der Erkrankung entgegenwirkten. Viel Bewegung, Sport, Entspannung und soziale Kontakte zu pflegen, reduziere ebenfalls nachweislich das Krebsrisiko, so Beuth. Rote Früchte und Gemüsesorten enthalten Antioxidantien, die ebenfalls nützlich seien. Auf jeden Fall sollte den Vitaminen und Spurenelementen in frischem Obst und Gemüse der Vorzug gegenüber Tabletten und Kapseln gegeben werden, rät der Experte.

Die Infoveranstaltung fand im Rahmen des bundesweiten Brustkrebsmonats Oktober statt, der in jedem Jahr von der Deutschen Krebshilfe ausgerufen wird.