Ute Scheidler informierte über die Arbeit von Brustzentren.

Aufklärung und Selbstbestimmung standen im Mittelpunkt beim Brustkrebstag

[29.11.2011]

„Wer die Diagnose Brustkrebs bekommt, wird in einem guten Brustzentrum nie am gleichen oder am darauf folgenden Tag operiert werden. Denn Sie als Patientin müssen die Gelegenheit bekommen, alle Informationen zu sammeln, sich mit Angehörigen zu beraten, um dann ihre Entscheidung für die weitere Behandlung gut informiert mit Ihrem Arzt besprechen zu können.“ Ute Scheidler, Qualitätsmanagementbeauftragte des Brustzentrums Münsterland, brachte es beim Brustkrebstag des Clemenshospitals am Samstag, 26. November, in ihrem Vortrag auf den Punkt. Beim Brustkrebs-Tag drehte sich nämlich alles um die Themen Aufklärung, Vorbeugung und Selbsthilfe.

57.000 Neuerkrankungen pro Jahr

Die Diagnose Brustkrebs ist erschütternd. In Deutschland erfahren sie jährlich rund 57.000 Frauen, zunehmend auch immer jüngeren Alters. Brustkrebs ist zudem die häufigste Todesursache von Frauen. Kein Wunder, dass die Angst und der Wunsch nach Aufklärung, Vorsorge und guten Therapien sehr ausgeprägt sind. Wenn eine Patientin mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert wird, hat sie in der Regel eine umfangreiche Diagnostik durchlaufen. Dies ist eine Zeit des Hoffens und des Bangens. Gleichzeitig gibt es den Wunsch, alles möge sich als ein „entsetzlicher Irrtum“ erweisen. Mit der Aufklärung zur Therapie gibt es zwar Diagnosegewissheit, doch gleichzeitig eröffnet sich ein neues Feld der Unsicherheit mit vielen Fragen. Mit dem Brustkrebstag wollte das Clemenshospital den Einstieg in die Thematik Brustkrebs Betroffenen, Angehörigen und allen Interessierten erleichtern, die Möglichkeiten und Leistungen des Brustzentrums vorstellen, und ein Forum für Fragen und Informationen bieten. Das ist auch gelungen, denn zahlreiche Frauen aber auch Männer informierten sich.

Hilfsmittel und Beratung

Das Sanitätshaus Grundhoff und des Haarhaus Wittkabel präsentierten ihre Produkte und Hilfsmittel wie Prothesen, Dessous oder Perücken. Die Brust-Schwester Ilka Gabriel wies an diversen Tastmodellen Frauen in die richtige Selbst-Untersuchung der Brust ein. Manche Tumore ließen sich auf Anhieb erfühlen. Andere gingen aber unter – oftmals wegen der falschen Tast-Technik. Viele bereits Betroffene nutzten die Gelegenheit, um in dem ungezwungenen Rahmen bei Kaffee und Kuchen direkt nachzufragen, wie ihr Weg nach der überstandenen Operation nun aussehen würde. Auch wurden Fragen nach Nebenwirkungen von Medikamenten gestellt. Gerne mitgenommen wurden ebenfalls die zahlreichen Informationsbroschüren zu Themen wie „Krebs und Ernährung“ „Sport bei Krebs“ oder „Krebs und Depressionen.“ Zu letzterem Thema konnte insbesondere die Psychoonkologin Cornelia Borchard Auskunft geben. Sie bot an einem separaten Tisch ihre Hilfe an, wenn Patientinnen oder auch Angehörige psychologische Unterstützung brauchen. „Ich habe ganz viele Fragen, aber ich möchte mich erstmal in Ruhe zuhause einlesen“, sagte eine 46-jährige Frau, die unerkannt bleiben möchte. „Wenn ich dann mehr weiß, komme ich vielleicht wieder und lasse mich gezielt im Brustzentrum beraten.“

Die Organisatoren des Brustkrebs-Tag sind mehr als zufrieden. Ute Scheidler: „Wir werden im nächsten Jahr sicherlich wieder einen ähnlichen Tag organisieren.“