Prof. Dr. Ralf Scherer führte durch die Ausstellungseröffnung.
Die fröhliche Seite der MDF-Plättchen von Melanie Bisping und Clara Napp.
Die gedämpftere Seite der MDF-Plättchen von Melanie Bisping und Clara Napp.
David Rauers Röntgenbilder.
Das getupfte Bild von Yoora Park.
Die Blumenvasen von Anne Staab und Samuel Treindl.
Inga Krüger hat Abdrücke weltbekannter Museen wie dem Louvre, der Eremitage und des LWL-Museums gesammelt.
Elisabeth Schröder schrieb die Kurzgeschichte "Im Turmzimmer".
Witzig: Dino Steinhofs Bälle entspannen sich im Teich der Clemenshospitals

Aus Vase wird Kunst

[27.09.2014]

Was haben Medizin und Kunst gemeinsam? Einiges! Das stellen 13 Studierende der Kunstakademie Münster derzeit auf der Station 6A im Clemenshospital Münster unter Beweis. Auf Initiative des „Freundeskreis Clemenshospital Münster e.V.“ wurde Prof. Ayşe Erkmen, Dozentin an der Kunstakademie, gefragt, ob sie und ihre Studenten interessiert sind, eine Ausstellung zum Thema Krankenhaus zu gestalten.

Schnell waren 13 Studenten gefunden, die sich dieser Herausforderung stellen wollten.  Prof. Dr. Arnt-René Fischedick, Mitbegründer des Freundeskreises und Chefarzt am Clemenshospital, hatte die Idee, den Patienten „mal etwas anderes“ zu bieten. So erklärte er bei der Ausstellungseröffnung am 26. September in Anwesenheit des Großteils der Studierenden, dass schnell die Idee entstand, das eher „nüchterne“ Thema Krankenhaus mit einem künstlerischen Hintergrund zu präsentieren. Unterstützung erhielt Fischedick nicht nur von den Kunststudenten, die binnen einiger Wochen ein professionelles Konzept erarbeiteten sowie dem Clemenshospital selbst sondern auch von dem befreundeten Bielefelder Museumsdirektor Dr. Friedrich Meschede und von Prof. Dr. Ralf Scherer, ebenfalls Chefarzt am Clemenshospital, der durch die Ausstellung führte.

Medizin und Kunst stehen in einem besonderen Spannungsfeld. Dazu zitiert Prof. Scherer den deutschen Chirurgen Prof. Gerhard Ott.  Diese Symbiose wissen auch viele Mediziner zu schätzen und sind daher Kunstsammler. Doch ist Medizin auch Heilkunst. Dazu soll auch die Ausstellung beitragen. Die Patienten und die Angehörigen erleben Kunst in einer Phase, in der sie besonders empfindlich und emotional sind. Kunst kann ein neuer Impuls für sie sein.

Insgesamt wurden sehr unterschiedliche Ansätze mit viel Tiefgang zum Thema Krankenhaus realisiert. Die Ideen haben sich die Studenten u.a. durch die vorherige Besichtigung der Stationen geholt. So sind beispielsweise Anne Staab und Samuel Treindl die veralteten Blumenvasen, die fast jeder Krankenhausbesucher kennt, ins Auge gefallen. Diese haben sie in Zusammenarbeit mit der Glashütte Gernheim zu beeindruckenden Kunstobjekten umgeblasen. Fischedick bemerkt dazu, dass noch unklar ist, ob die Vasen tatsächlich zum Einsatz kommen oder vielleicht doch besser in einer gut verschlossenen Glas-Vitrine aufgehoben wären.

Auch die Idee der farbig lackierten MDF-Plättchen, realisiert durch Melanie Bisping und Clara Napp, fand bei den Zuhörern großen Anklang. Betritt man die Klinik, so erscheinen diese in dunkleren, gedeckten Farben, beim Verlassen der Klinik leuchten sie in hellen, bunten Farben. Denkbar wäre auch, die Kärtchen als Türschildchen für die Patientenzimmer zu benutzen, bemerkt Prof. Dr. Scherer mit einem Augenzwinkern. Hängt ein Patient eine dunkle Karte an die Türklinke, sollte man den Zutritt besser vermeiden, bei einer hellen, freundliche Farben ist jeder Besucher willkommen und die Laune des Patienten bestens. David Rauer hat die Themen Medizin und Natur spannend kombiniert und zeigt Röntgenbilder von Früchten und Blumen. Auch eine Liveperformance durch Inga Krüger vervollständigt die Ausstellung.

Die Ausstellung dauert bis zum 28. November und ist täglich von 9 bis 19 geöffnet.

Claudia Winkelsett

Ausstellung: "6A"

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