Prof. Dr. Eckhard Petri von der Universitätsfrauenklinik in Greifswald gilt als einer der führenden Gynäkologen weltweit.

Beckenbodensenkung und Harninkontinenz

[17.09.2012]

Am Samstag, 15. September, fand im Hörsaal des Clemenshospitals eine ärztliche Fortbildung zum Thema Beckenbodensenkung und Harninkontinenz statt. Nach einem einführenden, geschichtlichen Vortrag durch Prof. Dr. Hans-Joachim Muhs, Chefarzt der Frauenklinik und Organisator der Veranstaltung, wurde das Thema nach und nach beleuchtet.

Die Frauenklinik hält eine zertifizierte Beratungsstelle der Deutschen Kontinenzgesellschaft vor. So stellt der Oberarzt der Klinik, Dr. Caesar Fusa, zunächst die gynäkologischen Aspekte dar, und einer der leitenden Urologen der Raphaelsklinik, Dr. Eckart Gronau, gab noch einen Überblick über die sehr interessante urologische Seite der weiblichen Kontinenzleiden.  Im Mittelpunkt stand der Vortrag von Prof. Dr. Eckhard Petri von der Universitätsfrauenklinik in Greifswald, der als einer der weltweit bekanntesten Urogynäkologen das heute Machbare, aber auch auf die nicht zu vernachlässigende Anzahl von Komplikationsraten bei diesen Korrekturoperationen hinwies – er schilderte die mit Studien untermauerte Situation der kritischen Betrachtungsweise der Netzimplantationen in  diesem Bereich.

Er war sich hier mit seinen Kollegen des Clemenshospitals einig, dass Operationen unter Zuhilfenahme von Fremdmaterialien zwar manchmal notwendig sind, aber in vielen Fällen verhindert werden sollten, da es sehr gute Techniken der operativen Korrektur ohne Fremdmaterialien gibt, die lange schon gute Ergebnisse liefern. Aus den Reihen der niedergelassenen Frauenärzte wurde der Bereich der konservativen Therapie, etwa die Beckenbodengymnastik oder die lokale Hormontherapie, als nicht zu vernachlässigende Therapie betont. Auch sollte immer diese Situation mit angrenzenden Gebieten wie Physiotherapie, Chirurgie und Proktologie beleuchtet werden – am Besten innerhalb eines Kontinenzzentrums.