Mutter Gudrun (r.) und Sohn Benno füttern mit der Unterstützung von Dr. Claudia Hille den Giraffenbullen Axel, dem die Banane offensichtlich schmeckt.
Benno und Gudrun Apelt halten die Banane, die gleich im Maul des Giraffenbullen Axel verschwinden wird.
Giraffenbulle Axel aus dem Blickwinkel des kleinen Benno.
Auch ein Besuch bei den Elefanten wurde vom Allwetterzoo arrangiert.

Bennos langer Atem

[30.01.2012]

Das schmale Fenster des Krankenwagens lässt nur einen kurzen Blick auf die vorüberziehende Landschaft zu. Als plötzlich eine Brücke zu sehen ist, dreht sich der vierjährige Benno zu seiner Mutter und stellt fest: „Da passt keine Giraffe durch!“ Gudrun Apelt lacht über die Bemerkung ihres Sprösslings, obwohl die Umstände alles andere als komisch sind. Der Krankenwagen ist auf dem Weg zum Clemenshospital, wo die Ärzte und Pflegekräfte der Kinderintensivstation schon auf den kleinen Patienten warten.

Benno leidet unter einer heimtückischen Krankheit, die ihm das Atmen zunehmend schwerer macht. Ein spezielles Beatmungsgerät soll ihm nachts dabei helfen die Atemmuskulatur zu entspannen, um wieder Kraft für den Tag zu schöpfen. Dazu müsste Benno allerdings eine Atemmaske tragen, was ihm so gar nicht gefallen wollte. Außerdem muss das sensible Hightech-Gerät an den Patienten angepasst werden, Blutwerte müssen kontrolliert und technische Daten überwacht werden. Benno reiste hierzu mit seiner Mutter aus dem heimatlichen Darmstadt zunächst in eine Spezialklinik im Rheinland, doch die Ärzte kamen nicht weiter, Benno hat eben seinen eigenen Kopf und der wollte keine Beatmungsmaske übergestülpt bekommen. So ging es mit dem Krankenwagen weiter nach Münster. Das Intensivteam um den Chefarzt Dr. Georg Hülskamp und die Oberärztin Dr. Claudia Hille ist seit Jahren gerade auf die Bedürfnisse junger Patienten spezialisiert. „Es ist sehr beruhigend zu wissen, dass das gesamte Team der Intensivstation mit dieser Art von Geräten und Patienten vertraut ist und nicht nur ein oder zwei Experten“, freut sich Bennos Mutter.

„Für jede Nacht, in der Benno die Maske getragen hat, gab es eine Sonne“ gibt Dr. Hille den Trick preis, mit dem sie den kleinen Patienten an das lästige Hilfsgerät gewöhnt hat. Nach 30 Sonnen sollte es in den Zoo gehen. Jetzt wurde Wort gehalten und in Münsters Allwetterzoo gab’s eine Extra-Führung inklusive Giraffenfütterung. „Die nächtliche Beatmung wirkt sehr gut, jetzt hat Benno wieder die Kraft, auch solche Ausflüge gut durchzustehen“, freut sich Dr. Hille. Auch Benno ist glücklich, eine Giraffe hat er aus dieser Nähe noch nie gesehen und jetzt ist er sich noch sicherer, dass dieses Tier unter keiner Autobahnbrücke durchpasst!