Dr. Gregor Dresemann, Silke Holtkötter und Prof. Dr. Uta Schick (v.l.) freuen sich über die erfolgreiche Behandlung des Hirntumors.

Burnout war ein Hirntumor

[23.07.2014]

In die Freude über den erfolgreichen Eingriff im Clemenshospital mischt sich bei Silke Holtkötter noch immer der Ärger über die Ärzte, die ihr zunächst nicht glauben wollten oder falsche Diagnosen stellten. Was sie als Überarbeitung, Stress oder Burnout diagnostizierten, war die Auswirkung eines sogenannten Glioblastoms, eines tückischen Tumors im Gehirn der 47-Jährigen.

Kopfschmerzen, Sprachstörungen und Lähmungen, die Symptome wurden immer schlimmer, Arbeiten war kaum noch möglich. Als sie Stimmen hörte, zweifelte sie schon selber an sich. „Irgendwann wollte mich meine Hausärztin in die geschlossene Psychiatrie einweisen!“ Die Odyssee endete im Neuroonkologischen Tumorzentrum des Clemenshospitals. Deren Leiterin, Prof. Dr. Uta Schick, erkannte einen großen Tumor im rechten Schläfenlappen. Auch sie ist verwundert über die lange Zeit bis zur Entdeckung der wirklichen Ursachen hinter Holtkötters Beschwerden. „Nächtliche Kopfschmerzen sind ein deutliches Warnsignal in Richtung Hirntumor. Da müssen beim Arzt die Alarmglocken läuten!“

Es folgten Operationen, Bestrahlungen und die gezielte Chemotherapie in der Praxis von Dr. Gregor Dresemann in Velen, Kooperationspartner im Tumorzentrum und nach Meinung seiner Kollegin Schick deutschlandweit einer der besten Mediziner für diese Form der Tumorbehandlung. Eine wichtige Waffe gegen die Krankheit ist offenbar auch Silke Holtkötters Humor. Vor der Operation sagte sie zu Prof. Dr. Uta Schick, dass man vielleicht noch die Gesichtshaut etwas strecken könnte um die Falten zu glätten, wenn man eh schon am Kopf operiert.

Heute geht sie regelmäßig zur Untersuchung ins MRT, die letzte ergab keinerlei Hinweis auf einen Tumor. Inzwischen erfüllte sie sich einen Lebenstraum und reiste nach Las Vegas.