Unter der Leitung von Dr. Georg Hülskamp (2. v. l.) und Dr. Otfried Debus (2. v. r.) informierten zahlreiche Experten über die Betreuung von Kindern mit Behinderung.
Über 100 Kinderärzte, Therapeuten und Pflegemitarbeiter versammelten sich im Mühlenhof zur Fortbildung.
Moderne Medizin im rustikalen Ambiente: Die Mühlenhof-Fortbildung.
Moderne Medizin im rustikalen Ambiente: Die Mühlenhof-Fortbildung.

Die Betreuung von schwerbehinderten Kindern im Fokus

[13.02.2012]

Über 100 Kinderärzte, Therapeuten und Pflegemitarbeiter aus Münster und der Region trafen sich im Freilichtmuseum Mühlenhof, um sich über das Thema „Ganzheitliche Betreuung von schwerbehinderten Kindern und Jugendlichen“ zu informieren. Organisatoren waren die Chefärzte der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Clemenshospitals, Dr. Otfried Debus und Dr. Georg Hülskamp.
„Oft überschneiden sich körperliche und geistige Behinderungen, die Betreuung muss also interdisziplinär im engen Kontakt mit allen Beteiligten stattfinden“ betont Hülskamp, sein Chefarztkollege Debus fügt hinzu: „Die jungen Patienten müssen immer als Gesamtperson betrachtet werden. Auch Faktoren wie Familie und Lebensumstände sind von großer Bedeutung und müssen immer mitberücksichtigt werden.“
Zahlreiche Mediziner, Physio- und Ergotherapeuten des Clemenshospitals informierten meist anhand von Fallbeispielen über die Besonderheiten von Erkrankungen der Atemwege, der Lunge, der Verdauungsorgane, des Nervensystems, der Muskulatur sowie über die Möglichkeiten der Versorgung mit Hilfsmitteln. Den Abschluss machte der Gastredner Prof. Dr. Boris Zernikow, der in Datteln die deutschlandweit erste Schmerzambulanz für Kinder leitet. Er berichtete über ethische und palliative Aspekte bei der Versorgung schwer behinderter und Jugendlicher. Zernikow, der Inhaber des weltweit einzigen Lehrstuhls für pädiatrische Palliativmedizin ist, beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Betreuung von jungen Patienten, die unter starken Schmerzen leiden, deren Ursachen oftmals unbekannt sind.