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Die Frauenklinik wird 50 Jahre jung
Das Jubiläum „50 Jahre Frauenklinik“ nimmt sich bei einem Krankenhaus, das immerhin auf eine fast 280-jährige Geschichte zurückblicken kann, relativ bescheiden aus. Trotzdem handelt es sich bei der Frauenklinik des Clemenshospitals um eine der ersten Deutschlands. Ursache für die grundlegende Umstrukturierung der Geburtshilfe in Deutschland vor 50 Jahren war eine „stille Katastrophe“, unser Land lag weltweit an der Spitze der Todesfälle bei Geburten sowohl bei den Müttern als auch bei den Kindern. „Seinerzeit gab es viele Hausgeburten, die oft vom Hausarzt durchgeführt wurden. Es gab keinerlei Kontrollen unter der Geburt“, beschreibt der Chefarzt der Frauenklinik, Prof. Dr. Hans-Joachim Muhs, die desolaten medizinischen Zustände Anfang der 1960-er Jahre. Der Gesetzgeber reagierte darauf unter anderem mit der Einführung einer Hinzuziehungspflicht für Hebammen. Seither darf kein Arzt eine Geburt ohne die Mithilfe einer Hebamme durchführen, sofern eine verfügbar ist. Der Ruf nach einer „sicheren Geburt“ wurde laut, dies war die Initialzündung für die Gründung von Frauenkliniken modernen Zuschnitts, der das Clemenshospital bereits im Jahr 1961 nachkam. Seit ihrer Gründung stand die Klinik unter der Leitung von nur drei Chefärzten, ein Zeichen von Kontinuität und Engagement. Gegründet wurde sie von Priv.-Doz. Dr. Paul Stüper und weiterentwickelt von Prof. Dr. Günther Reck. „Die Frauenklinik des Clemenshospitals hat in der Szene deutschlandweit einen ausgezeichneten Ruf“ skizziert Muhs seine Motivation, am 1. Juli 2010 vom Klinikum Lüdenscheid, in dem er Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe war, in die Westfalenmetropole zu ziehen um den Posten des Chefarztes zu übernehmen. Unter der Leitung von Muhs erfolgte eine Umstrukturierung der Frauenklinik in die drei großen Bereiche Geburtshilfe, Gynäkologie und Senologie (Brustheilkunde).
Auf diese Weise hat sich die Frauenklinik zu einem modernen Kompetenzzentrum mit ausgeprägter Spezialisierung entwickelt. „Früher machte jeder alles“, bringt es die Oberärztin Kerstin Kaste auf den Punkt und fährt fort: „Heute kümmern sich 24 spezialisierte Ärzte um die Belange der großen und kleinen Patientinnen und Patienten. Wir haben zum Beispiel eine außerordentlich familienorientierte Geburtshilfe. Die Pflege auf den Stationen ist ausgezeichnet besetzt, wir haben viel Zeit für die jungen Mütter und leisten zum Beispiel auch große Unterstützung wenn es Probleme beim Stillen gibt.“ Auch die Breast Nurse Ilka Gabriel freut sich über die außergewöhnlich guten Arbeitsbedingungen in der Frauenklinik: „Ich habe als Brustschwester viel Zeit, um mich intensiv mit den Patientinnen zu beschäftigen. Wenn jemand im Brustzentrum anruft, hat er mich am Hörer. Ich stehe während der gesamten Zeit für die Patientinnen und Angehörigen als Gesprächspartnerin bereit!“
Der Geschäftsführer Stefan Kentrup verweist auf die ambitionierten Pläne für die nahe Zukunft: „Gegenwärtig befinden wir uns in der Planungsphase. 2012 beginnen dann die umfangreichen Baumaßnahmen im Bereich des Kreißsaals und der Neonatologie. Dabei wird das Gebäude auch aufgestockt.“
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