Mit einem festlichen Abschiedsessen und einem Blumenstrauß dankten die Pflegedirektorin Hildegard Tönsing, der stellvertretende Verwaltungsdirektor Gerrit Willamowski, die stellvertretende Pflegedirektorin Schwester Marianne Candels und der stellvertretende ärztliche Direktor Dr. Georg Hülskamp (v.l.) Maria Holtkamp (mit Blumen) für 50 Jahre Treue zum Clemenshospital.
Zu Ehren der Jubilarin gestaltete die Klinik ein festliches Essen.
Zahlreiche Gratulanten kamen zum Abschied und überreichten zum Teil fantasievoll verpackte Geschenke.
Zahlreiche Gratulanten kamen zum Abschied und überreichten zum Teil fantasievoll verpackte Geschenke.
Zahlreiche Gratulanten kamen zum Abschied und überreichten zum Teil fantasievoll verpackte Geschenke.
Zum Abschied überreichten die Vertreter der Betriebsleitung Maria Holtkamp einen Strauß Blumen.
Eine Foto aus den 1960-er Jahren: Maria Holtkamp, Schwester Hildeborg und Miroslava Nikolic (v.l.) beim Austeilen des Mittagessens auf der Station.
Früher war noch Zeit für eine Kaffeepause auf dem Balkon.
Maria Holtkamp zu Beginn ihrer Tätigkeit im Clemenshospital.

Ein seltenes Jubiläum: 50 Jahre im Clemenshospital

[22.05.2015]

Als Maria Holtkamp im Mai 1965 im Clemenshospital ihren ersten Arbeitstag hatte, waren die meisten ihrer heutigen Kolleginnen und Kollegen noch gar nicht auf der Welt. Dabei wäre beinahe alles ganz anders gekommen: „Ich habe erst in einer Fabrik als Näherin begonnen, aber nach vier Tagen war bereits klar, dass ich als Linkshänderin an der großen Maschine nicht arbeiten kann“, erinnert sich Holtkamp. Ihre Mutter gab der damals 14-Jährigen den Tipp, im Clemenshospital nachzufragen, als Patientin hatte sie drei Jahre zuvor den Umzug des Krankenhauses vom Schlossplatz in den Neubau am Düesbergweg miterlebt.

Die damalige Oberin, die Clemensschwester Gunibaldis, stellte Maria Holtkamp vom Fleck weg als Stationshilfe auf der chirurgischen Frauenklinik ein. Die Ausbildung dauerte drei Jahre, einmal pro Woche ging’s zur Berufsschule.

Genau erinnert sie sich an die schweren Schicksale, die sie auf der Station als junge Frau miterlebt hat, „es gab viel Leid aber auch viel Freude“, berichtet die Frau mit den kurzen dunklen Haaren. An die Patientin, die nach einem schweren Autounfall mit Knochenbrüchen und Verbrennungen anderthalb Jahre im Clemenshospital behandelt wurde, bis sie endlich als geheilt entlassen werden konnte. Aber auch an die lustige Kölnerin, die sich ihre Füße immer im Waschbecken gewaschen hat, bis dieses eines Tages mit lautem Knall zu Boden fiel. Oder an den Dreijährigen, der mit Masern im Isolierzimmer lag. „Wer von uns schon Masern hatte, durfte während der Arbeitszeit mit dem Kind spielen. Darum haben wir uns damals gerissen“, schmunzelt die 64-Jährige.

Das Verhältnis zu den Kollegen war immer gut, sagt sie, wenn die jungen Ärzte erschöpft aus dem OP kamen, hatte Maria Holtkamp oft heimlich einen Kaffee, ein Stück Kuchen oder eine warme Suppe für sie zurückgestellt. Auch die Stationsleitung Schwester Mariette war nie „von oben herab“, erinnert sich Holtkamp. Nach 23 Jahren wechselte Holtkamp in die Zentralküche, seit vier Jahren ist sie in der Wäscherei des Krankenhauses tätig. Das „Clemens“ indes hat sich in den vergangenen 50 Jahren so sehr verändert, dass kaum noch eine Ecke so ist wie damals, als sie mit 14 Jahren dort anfing, „es wurde überall umgebaut und renoviert“.

„Niemand erinnert sich im Clemenshospital an ein 50-jähriges Dienstjubiläum, zumindest nicht bei weltlichen Mitarbeitern“, berichtet die stellvertretende Pflegedirektorin Schwester Marianne Candels. Am ersten Juni geht Maria Holtkamp in den Ruhestand aber langweilig wird es auch dann nicht werden: „Mit meinem Bruder unternehme ich gerne Ausflüge mit historischen Dampfloks. Außerdem haben wir einen Kleingarten im Verein ‚Grafschaft‘, da gibt es immer etwas zu tun!“