Prof. Dr. Uta Schick, Christine Meister und Dr. Bernd Hoffmann (v. l.) freuen sich auf das Wohltätigkeitskonzert am Samstag im Wolfgang Borchert Theater.

Es könnte ein Hirntumor dahinterstecken

[02.06.2014]

Christine Meister erinnert sich genau, wie die Krankheit bei ihr begonnen hat. Sie hatte immer wieder Kopfschmerzen, war schlapp und müde. „Ich bin großer Fußballfan und plötzlich bin ich während der Spiele vor dem Fernseher eingeschlafen, das gab’s noch nie!“, berichtet die 51-jährige Münsteranerin. Beim Sport wurde ihr übel, später hatte sie ungewöhnliche Gerüche wahrgenommen, „im Wald roch es plötzlich, als ob jemand Frikadellen braten würde“. Im Spanienurlaub wurden die Kopfschmerzen dann unerträglich, Christine Meister ging ins Krankenhaus.

Die Diagnose war niederschmetternd, in ihrem Kopf wurde ein Tumor entdeckt. Zurück nach Deutschland durfte sie aus Sicherheitsgründen weder fliegen noch selber mit dem Auto fahren. So fuhr ihr Mann Hubertus Schreiber sie alleine zurück, 2600 Kilometer direkt zu den Neurochirurgen des Clemenshospitals. „Es gibt in ganz Deutschland nur rund 8000 Neuerkrankungen pro Jahr“, erläutert die Chefärztin der Klinik für Neurochirurgie des Clemenshospitals, Prof. Dr. Uta Schick, das ist im Vergleich zu vielen Krebserkrankungen relativ wenig. Wenn Lähmungen, Sprachstörungen, Krämpfe, Übelkeit und Kopfschmerzen auftreten, sollte auch immer bedacht werden, dass ein Hirntumor dahinterstecken könnte, rät die Expertin. „Es treten manchmal auch Wesensveränderungen auf, die fälschlicherweise für eine Demenz gehalten werden“, berichtet die Neurochirurgin.

Sie operierte Christine Meister erfolgreich, es folgten Bestrahlungen und Chemotherapien, heute ist die sportliche Mutter zweier Kinder wieder voller Energie und freut sich darauf, bald wieder arbeiten zu können. Im Neuroonkologischen Zentrum des Clemenshospitals, das im vergangenen Jahr vom TÜV zertifiziert wurde, wurde die Patientin nicht nur medizinisch versorgt, „Die Betroffenen brauchen Hilfe auch auf sozialer und psychologischer Ebene“, sagt der Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie, Dr. Bernd Hoffmann. Da bei dieser Rundumversorgung der Patienten auch Selbsthilfegruppen und Patientenorganisationen eine wichtige Rolle spielen, haben Schick und Hoffmann am kommenden Samstag, 7. Juni, ein Wohltätigkeitskonzert zugunsten der Deutschen Hirntumorhilfe e. V. organisiert.

Der bekannte Gitarrenvirtuose Jacques Stotzem und die niederländische Jazzsängerin Maria Fernandez Alvarez sind ab 19.30 Uhr im Wolfgang Borchert Theater zu sehen und zu hören. Karten zum Preis von 50 Euro sind telefonisch unter 0251.976-5211, unter www.neuroonkologie-muenster.de oder an der Abendkasse erhältlich. Die Einnahmen gehen komplett an die gemeinnützige Organisation.