Christina Baumeier strahlt und auch die Hebammen Julia Horstmann (r.) und Lena Althoff freuen sich mit Dr. Rüdiger Langenberg über die natürliche Geburt von Lucy.

Geburt am liebsten auf natürlichem Weg

[29.01.2016]

Kaiserschnitt oder natürliche Geburt? Diese Entscheidung trifft oft die Natur: Ungünstige Lage des Kindes, Lebensgefahr für Mutter oder Kind oder eine Vorerkrankung wie HIV, in diesen Fällen ist der Kaiserschnitt unumgänglich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine Kaiserschnittrate von 10 bis 15 Prozent, in vielen Regionen liegt die Quote jedoch wesentlich höher, in NRW bei 34 Prozent.

Die niedrigste Quote Münsters findet sich mit 24 Prozent im Clemenshospital und dies, obwohl die Klinik am Düesbergweg ein Perinatalzentrum Level II für Frühgeborene vorweist. „Die Sicherheit von Mutter und Kind hat natürlich immer Vorrang“, erläutert Dr. Rüdiger Langenberg, Chefarzt der Frauenklinik des Clemenshospitals. Arzt und Hebammen sind aber auch davon überzeugt, dass die natürliche Geburt für Mutter und Kind besser ist.

Christina Baumeier hat beides erlebt, während ihre Tochter Fanny vor rund zwei Jahren mit einem Kaiserschnitt auf die Welt kam, hat Lucy am 20. Januar den natürlichen Weg genommen. „Ich bin froh, die Erfahrung gemacht zu haben, was es bedeutet, eine natürliche Geburt zu erleben“, berichtet die 39-Jährige. Vorher hat sie sich während der Hebammensprechstunde des Clemenshospitals eingehend informiert. „Wir sind jederzeit zu zweit im Team, dadurch ist eine enge Begleitung möglich“, erklärt die Hebamme Julia Horstmann. Der Schlüssel ist ein erfahrenes Team, das gut aufeinander eingespielt ist, da ist sich der Chefarzt sicher.

Ob Kinder, die auf natürlichem Weg geboren wurden, tatsächlich später seltener an chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Asthma erkranken oder weniger anfällig für Allergien sind, ist nicht bewiesen. Für die Mutter hat die natürliche Geburt jedoch einen klaren Vorteil, wie Langenberg aus Erfahrung weiß, ohne Kaiserschnitt sind die Frauen wesentlich schneller fit als nach einem solchen Eingriff.