Jennifer Blickler lernt im Clemenshospital Kauffrau im Gesundheitswesen

Gefragte Fachkräfte: Kauffrauen und -männer im Gesundheitswesen

[08.09.2013]

Erst seit 2001 werden Kauffrauen und -männer im Gesundheitswesen in Deutschland ausgebildet. Ausbildungsbetriebe können sein: medizinische Einrichtungen, Arztpraxen, Krankenkassen, Rettungsdienste, Verbände, ärztliche Organisationen oder auch Krankenhäusern. So wie das Clemenshospital in Münster.

Hier wird unter anderem Jennifer Blickler zur Kauffrau im Gesundheitswesen ausgebildet. „Ich bin mittlerweile im dritten Jahr und habe es nicht eine Sekunde bereut, dass ich mich für ein Krankenhaus als Ausbildungsbetrieb entschieden habe“, sagt die 21-Jährige selbstbewusst, die sich ganz gezielt für diese Ausbildung entschieden hat.

Ihre Ausbildung  zur Kauffrau im Gesundheitswesen erfolgt sowohl im Krankenhaus als auch in der Berufsschule. Während sie in der Schule das gleiche lernt wie ihre Mitschüler, ist die Sache in der Praxis schon ein wenig anders. „Hier im Krankenhaus habe ich die Möglichkeit in viele Bereiche und Abteilungen hineinzuschauen. Vor allem meine Zeit in der stationären Chirurgie hat mir gut gefallen. Auch wenn es nicht immer einfach war, aber so was erlebt man in anderen Einrichtungen nicht unbedingt“, erklärt die junge Frau und kommt damit zu einem Punkt, der ihre Ausbildung von der der anderen Kaufleute unterscheidet.

„Gerade in einem Krankenhaus wird man mit vielen Dingen konfrontiert, die andere so nie erleben würden, da die Patienten nun mal alle krank sind – teilweise eben auch sehr schwer. Wenn ich mich dann mit ihnen unterhalte, erfahre ich häufig auch sehr viel Privates“, gibt sie zu bedenken. Wie alle anderen Angestellten eines Krankenhauses auch, unterliegt sie deshalb der Schweigepflicht. Zu den anderen Abteilungen, jenseits der Krankenstationen, die Jennifer Blickler durchläuft gehört unter anderem die Personalabteilung oder auch der Einkauf, ihre aktuell Station.

Auf die Frage was denn jemand mitbringen müsste, wenn er sich für diesen Ausbildungsberuf entscheidet, muss sie nicht lange überlegen. „Wichtig ist neben einem grundsätzlichen Verständnis für Zahlen, dass man gerne mit Menschen arbeitet. Gerade gegenüber den Patienten, auch wenn sie mal weniger freundlich sind, muss man immer freundlich und hilfsbereit sein“, gibt sie zu bedenken. Denn auch das Beschwerde- oder Qualitätsmanagement gehören zu der Ausbildung und der späteren Berufsausführung.

Wie es im nächsten Sommer, nach Beendigung ihre Ausbildung, weitergeht, weiß sie noch nicht so recht. Zu vielfältig sind die Möglichkeiten einer Weiterbildung und Spezialisierung nach einer solchen Ausbildung. Auch ein ergänzendes Studium könnte sie sich vorstellen. „Wenn es aber die Möglichkeit gibt, von meinem Arbeitgeber übernommen zu werden, so würde mich das auch sehr freuen. Allerdings hängt das ein bisschen davon ab, in welcher Abteilung ich anfangen könnte. Denn auch wenn es überall echt spannend und alle immer sehr freundlich und hilfsbereit mir gegenüber waren, so habe ich doch meine Favoriten“, lächelt Blickler geheimnisvoll.

Text: Sebastian Rohling