Während des Symposiums der Frauenklinik (v. l.): Prof. Dr. Dr. Rüdiger Baumeister, Prof. Dr. Hans-Joachim Muhs und Prof. Dr. Dr. Wolfgang Eiermann

Genchips zur Therapienentscheidung werden auch bei Brustkrebs immer wichtiger

[07.03.2013]

In einem von der Frauenklinik des Clemenshospitals ausgerichteten Symposium mit seinem Brustzentrum Münsterland hat ein viel beachtetes wissenschaftliches Forum im Mövenpickhotel in Münster stattgefunden. Die Moderation erfolgte durch den Chefarzt der Frauenklinik Prof. Dr. Hans-Joachim Muhs.

Bei den zentralen Themen des Symposiums handelte es sich um zwei interessante und immer wichtiger werdende Therapieentscheidungshilfen für die von Brustkrebs betroffenen Frauen.

Zunächst konnte Prof. Dr. Dr. Wolfgang Eiermann aus München, ein seit Jahren international gefragter Gynäkoonkologe als Fachmann der Brustkrebschemotherapie sehr anschaulich über seine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse sprechen – ein Genchip wird bei der Entscheidung pro oder contra Chemotherapie immer wichtiger. Beim Genchip handelt es sich um ein spezielles Analyseverfahren, mit dem genetische Besonderheiten schnell entdeckt werden können. Das Brustzentrum bietet die Genchipuntersuchung schon seit längerer Zeit an, jedoch hat sich offensichtlich ein ganz bestimmter Test nun weltweit durchgesetzt, der in den USA für jeden betroffenen Patienten nach Indikationsstellung befundet wird. Dann tragen auch die Krankenkassen die Kosten. Dr. Gerald Wiegand von der Firma Genomic Health erklärte nochmals die Schritte der Entwicklung dieses Chips.

Der zweite Teil der Veranstaltung war nicht weniger interessant, es handelte sich um das Thema „Der dicke Arm“, der als Lymphödem bei operierten Frauen mit Brustkrebs auch Jahre später auftreten kann und dann lebenslange deutliche Probleme bereitet, die Frauen fühlen sich hierdurch mitunter auch stigmatisiert. Hierzu konnte Prof. Dr. Dr. Rüdiger Baumeister aus München als lymphologisch tätiger Chirurg mit ebenfalls internationalem Patientenzuspruch über die von ihm entwickelte Lymphgefäßtransplantation berichten, sozusagen als Bypassoperation von Lymphgefäßen, um das Lymphödem zu beseitigen. Die Therapieerfolge sind hierbei ausgesprochen gut. Dies unterstrich auch die Oberärztin des Brustzentrums, Dr. Sandra Grobelny, in ihrem Vortrag auch in ihrer Eigenschaft als Brustfachärztin (Senologin) mit Zusatzausbildung in Lymphologie. Ein Lymphnetzwerk Münster bestehend aus Sanitätshäusern, niedergelassenen Ärzten, Physiotherapeuten und Senologen ist gegründet worden.