Dr. Rüdiger Langenberg (l.) und Dr. Eckart Gronau informierten in der Raphaelsklinik über das Thema Inkontinenz.
Dr. Rüdiger Langenberg (l.) und Dr. Eckart Gronau informierten in der Raphaelsklinik über das Thema Inkontinenz.
Trotz des heiklen Themas fanden viele Betroffene den Weg in das Foyer der Raphaelsklinik.
Der Urologe Dr. Eckart Gronau berichtete über die Harninkontinenz beim Mann.
Der Gynäkologe Dr. Rüdiger Langenberg berichtete über die Harninkontinenz bei der Frau.

Harninkontinenz ist weit verbreitet

[25.06.2014]

Männer sind anders, Frauen auch. Dieser Buchtitel könnte einem in den Sinn kommen, wenn es um das Thema Harninkontinenz geht. Dieses weit verbreitete Krankheitsbild kann von einer leichten Blasenschwäche beim Lachen, Husten oder Niesen bis zu einem vollständigen Verlust der Blasenkontrolle reichen.

Die Ursachen sind bei Männern und Frauen unterschiedlich, während Männer meist nur nach Operationen oder Unfällen betroffen sind, stecken bei Frauen oft Senkungsbeschwerden dahinter, wie sie nach mehrfachen Geburten oder in den Wechseljahren auftreten können. Daher traten bei einer Informationsveranstaltung im Foyer der Raphaelsklinik gleich zwei Chefärzte an, um über dieses Thema zu informieren, Dr. Rüdiger Langenberg von der Frauenklinik des Clemenshospitals und Dr. Eckart Gronau von der urologischen Belegabteilung der Raphaelsklinik.

„Jede dritte Frau in Deutschland ist betroffen, das sind mehr als beim Bluthochdruck oder Diabetes“, erklärt Langenberg. Oft wird die Harninkontinenz schicksalhaft hingenommen, dabei gibt es vom Verhaltenstraining über Medikamente bis zur Operation zahlreiche Möglichkeiten der Behandlung. „Seit vergangenem Jahr ist zum Beispiel das Spritzen von Botox in den Blasenmuskel als neue Behandlungsmethode zugelassen“, berichtet Gronau. Um den Grad der Inkontinenz und den Erfolg einer Behandlung zu ermitteln, empfehlen die Experten das Führen eines speziellen Tagebuchs. Einig sind sich beide Chefärzte, dass vor einer Behandlung eine sehr genaue Untersuchung erfolgen muss, um die Behandlung auf den speziellen Fall abzustimmen.