Der Darmkrebstag lockte viele Besucher in das Foyer des Clemenshospitals. Rechts das begehbare Darmmodell.
Die Erkrankungen des Darms wurden im Modell erläutert.
Funktionsoberarzt Peter Klauke hatte zahlreiche aufmerksame Zuhörer bei seinem Vortrag.
Im Endomobil konnten die Besucher am Computerbildschirm "operieren".

Infotag Darmkrebs

[13.02.2012]

Pro Jahr sterben in Deutschland etwa 29.000 Menschen an Darmkrebs, der häufigsten Krebserkrankung hierzulande. Die meisten dieser Todesfälle wären vermeidbar, wenn das Angebot der Vorsorge-Darmspiegelung genutzt werden würde, das die Krankenkassen ab dem 55. Lebensjahr bezahlen. Überwiegend entsteht der Darmkrebs nämlich aus ursprünglich gutartigen Polypen, die während der Spiegelung erkannt und ohne Probleme entfernt werden können. So kann ein Tumor gar nicht erst entstehen.
Am Samstag konnten sich die Besucher des Darmkrebstages im Clemenshospital anhand eines überdimensionalen, begehbaren Darmmodells plastisch über den Aufbau und mögliche Erkrankungen des Darms informieren. Was zum Beispiel wie ein harmloser Pilz aussieht, ist ein solchen Darmpolyp, der in vielen Fällen keinerlei Probleme verursacht. Doch bereits einen Schritt weiter im Inneren des Modells ist die Wand mit einer roten, bedrohlich wirkenden Wucherung überzogen, einem Krebsgeschwür. Zehn Jahre dauert es normalerweise, bis aus einem Polypen ein Tumor entstehen kann. Genug Zeit für eine Darmspiegelung, wie die Mediziner des Clemenshospitals versichern.
Im Endomobil konnten die Besucher am Computerbildschirm ausprobieren, wie ein Endoskop funktioniert, mit dem der Chirurg minimal-invasive Eingriffe vornimmt. Zahlreiche Infostände von Selbsthilfegruppen und Experten der Klinik boten umfangreiche Informationsmöglichkeiten.
Parallel fand ein ganztägiger Ärztekongress zum Thema Darmkrebs statt. Der Darmkrebstag fand anlässlich des fünfjährigen Bestehens des Darmzentrums Münster/Münsterland statt, in dem Experten des Clemenshospitals und des medizinischen Versorgungszentrums „Portal 10“ kooperieren.