Prof. Dr. Ralf Scherer und Dr. Norbert Mertes (v. l.) informieren im Clemenshospital und in der Raphaelsklinik über das Krankheitsbild der Sepsis.

Kampf der Sepsis

[13.09.2012]

Obwohl die Sepsis als dritthäufigste Todesursache in Deutschland gilt, ist das Krankheitsbild im Bewusstsein der Öffentlichkeit kaum vorhanden. Fast 60.000 Menschen sterben hierzulande jedes Jahr an Blutvergiftung, wie die Krankheit umgangssprachlich heißt. Am Clemenshospital und an der Raphaelsklinik wird anlässlich des Weltsepsistages am 13. September wieder verstärkt auf die Früherkennung dieser Erkrankung hingewiesen, denn hier ist zeitiges Handeln von großer Bedeutung, mit jeder gewonnenen Stunde sinkt die Sterblichkeitsrate um acht Prozent.

„Auf den Stationen unserer Häuser werden Plakate ausgehängt, die gezielt auf die Symptome und die richtige Therapie der Sepsis hinweisen. Außerdem erhält jeder Arzt eine Karte mit den wichtigsten Hinweisen und Gegenmaßnahmen für die Kitteltasche“, erläutert Prof. Dr. Ralf Scherer, der als Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin bereits 2008 die Umsetzung der Leitlinien der Deutschen Sepsis-Gesellschaft im Clemenshospital mit auf den Weg brachte. Im öffentlichen Bereich der beiden Krankenhäuser informieren außerdem Plakate über das Krankheitsbild, „Das Bewusstsein für die Symptome der Sepsis soll geschärft werden, damit die betroffenen Patienten möglichst früh auf unsere Intensivstationen  kommen und wir mit der richtigen Behandlung beginnen können“, erklärt Scherers Chefarztkollege an der Raphaelsklinik, Dr. Norbert Mertes.

Bei der Sepsis gelangen Erreger oder deren Giftstoffe von einem Entzündungsherd ausgehend in die Blutbahn und lösen im gesamten Körper Abwehrreaktionen aus, die sich durch Fieber, Verwirrtheit, Müdigkeit, hohen Puls, kalte Extremitäten und Atemnot zeigen. Im Verlauf können einzelne oder mehrere Organe ihre Funktion einstellen, ein Zustand, der schnell lebensbedrohend ist. Nur eine schnelle zielgerichtete Therapie zur Wiederherstellung der Körperfunktionen, die frühe Gabe der richtigen Antibiotika und gegebenenfalls die effektive chirurgische Behandlung des Entzündungsherdes können den Betroffenen dann noch retten.