Keine Chance für Keime

[05.05.2015]

Große pinke und neongelbe Buchstaben springen momentan jedem ins Auge, der das Foyer des Clemenshospitals betritt. Und diese Auffälligkeit ist gut so, denn anders als Keime, die keiner sieht, weiß man hier sofort, um was es geht. Mit einer Ausstellung über Bakterien, Infektionskrankheiten und schützende Hygienemaßnahmen beteiligt sich das Clemenshospital momentan an einer landesweiten Hygiene-Initiative der nordrhein-westfälischen Krankenhäuser. „Keine Keime“ heißt die Ausstellung, die unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft steht und von der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) initiiert wurde. Ergänzend zur Ausstellung organisierte das Clemenshospital am Dienstag, 5. Mai, den Aktionstag „Saubere Hände“ für Patienten, Besucher und Mitarbeiter.

 Fußmatten weisen den Weg zum Desinfektionsspender, Poster machen auf die Notwendigkeit der Händehygiene aufmerksam, und Aufkleber zeigen die Beteiligung an der landesweiten Aktion an. Das Team im Clemenshospital will sowohl den Mitarbeitern als auch den Patienten und Besuchern verdeutlichen, was das Haus alles gegen multiresistente Keime unternimmt, und was man selbst dagegen tun kann. Prävention ist hier das Stichwort. „Überall im Clemenshospital hängen Desinfektionsspender. Wer diese regelmäßig und vor allem richtig benutzt, trägt einen Großteil dazu bei, die Verbreitung krankmachender Keime zu verhindern“, erklärt die Hygienefachkraft Martin Wolke.

Ob man seine Hände tatsächlich richtig desinfiziert hat, konnten alle Besucher am Aktionstag selbst kontrollieren: Unter einer speziellen UV-Lampe wurde sichtbar, ob die Flüssigkeit alle Stellen erreicht hat. Die Überraschung war bei vielen groß: Kaum jemand schaffte es, alle Bereiche der Hände zu desinfizieren. Da war es hilfreich, dass die Hygienefachkräfte genau demonstrierten, wie es richtig geht. Wer hätte gewusst, dass man ganze 30 Sekunden lang seine Hände einreiben muss, um ein sicheres Ergebnis zu erzielen? Einmal-Handschuhe schützen übrigens nicht im gewünschten Maße. Sie haben oft Risse oder lassen sich nicht immer ohne eine Kontaminierung mit der Haut wieder ausziehen. Daher ist die Händedesinfektion das Mittel der Wahl.

Große Augen bekamen die Besucher auch beim Blick auf die Schulungsbilder: Wer einmal gesehen hat, wie viele Keime sich auf einem Telefonhörer tummeln, der überlegt demnächst sicher zweimal, ob er solche Gegenstände nicht auch desinfiziert.

Dr. Carolin Dame, hygienebeauftragte Ärztin, hofft, dass sich durch den Aktionstag etwas in den Köpfen der Menschen ändert, denn: „Krankenhauskeime entstehen in erster Linie nicht, wie der Name vermuten lässt, im Krankenhaus selbst, sondern sie können von jedem, der ein Krankenhaus betritt, mitgebracht werden, und sind dort vor allem für kranke Menschen mit einem geschwächten Immunsystem eine große Gefahr. Eine einfache Händedesinfektion kann daher schon helfen, die Ausbreitung gefährlicher Keime zu verhindern oder zumindest zu reduzieren.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 13. Mai rund um die Uhr im Foyer des Clemenshospitals zu sehen.