Kopfschmerzen auch bei Kindern ernst nehmen

[07.06.2011]

Kopfschmerzen gelten allgemein als Volkskrankheit. Jeder Erwachsene hat irgendwann in seinem Leben schon einmal Erfahrungen damit gemacht. Doch immer mehr Kinder, sogar schon Kleinkinder, klagen inzwischen über Schmerzen im Kopf. Deshalb hat der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Clemenshospitals, PD Dr. Otfried Debus, die vierte Clemenshospital-Visite am Dienstag, 7. Juni, unter das Motto „Mein Kind hat Kopfschmerzen: Banal oder Krankheit?“ gestellt.

Ursachen und Therapien

Debus informierte in seinem Vortrag über Ursachen von Kopfschmerzen bei Kindern, stellte moderne Untersuchungsmöglichkeiten vor und beschrieb mögliche Therapien. Auch wies er die anwesenden Eltern auf Alarmsymptome hin, damit sie schnell erkennen können, ob ihr Kind ernsthaft krank ist, oder der Kopfschmerz „nur“ eine Reaktion z. B. auf Stress ist. 20 Prozent der Kinder im Vorschulalter kennen bereits Kopfschmerzen, am Ende der Grundschulzeit sind es schon 50 Prozent, also jedes zweite Kind! Dabei ist vom Spannungskopfschmerz bis hin zur Migräne alles vertreten. Die Behandlungserfolge sind allerdings enorm – wenn man die richtige Ursache kennt. Und die kann von einer Infektion über Erkrankungen der Ohren oder Zähne bis hin zu einer psychiatrischen Störung oder einer Gefäßstörung im Kopf- oder Halsbereich alles sein. Insbesondere bei der Behandlung von Migräne haben sich Entspannungsverfahren und spezielle Verhaltenstherapien als äußerst wirkungsvoll erwiesen. Noch ungeklärt ist der Stellenwert z. B. von bestimmten Diäten oder Akupunktur. Um der Migräne gezielt auf den Grund zu gehen, bieten sich auch bildgebende Verfahren wie eine Kernspintomographie an. Diese empfiehlt Chefarzt Debus allerdings nur, wenn die neurologische Untersuchung auffällig ist, das Kind unter epileptischen Anfällen leidet oder das Kind zwischen den Kopfschmerzattacken neurologisch gestört ist. Auch bei Kindern ist eine prophylaktische Therapie möglich. Allerdings sollte man nur dann dazu übergehen, wenn die Migräne durch ihre Häufigkeit und Stärke den (Schul-)alltag sehr einschränkt und die Medikamente bei akuten Anfällen nicht anschlagen.