Rudolf Noltensmeier als Gesprächspartner im Studio… © RTL
…und bei der Arbeit auf der Intensivstation des Clemenshospitals. © RTL

Krankenpfleger des Clemenshospitals zu Gast bei „Stern TV“

[20.05.2015]

Rekordverdächtige vier Millionen Zuschauer saßen am 20. Mai vor dem Fernseher, um sich die aktuelle Ausgabe von „Stern TV“ des Senders RTL anzuschauen. Ein Grund für diese ungewöhnlich hohe Zahl, üblicherweise sehen etwa zwei Millionen Menschen dieses Magazin, war sicher auch das brisante Thema „Lohngerechtigkeit“. Unter dem Eindruck der aktuellen Bahn-, Post- und Kitastreiks wollten die Autoren wissen, wie es um die Löhne im öffentlichen Dienst in Deutschland bestellt ist.

Für den Bereich der Krankenpflege war Rudolf Noltensmeier, Fachkrankenpfleger für Intensivmedizin im Clemenshospital, im Studio. Bei einer vorgeschalteten Online-Aktion haben die Zuschauer von RTL der Pflege immerhin einen Lohnzuwachs von 318 Euro gegönnt. Zwei Wochen zuvor wurde Noltensmeier mehrere Stunden lang bei der Arbeit auf der Intensivstation und bei seiner Familie im beschaulichen Hohenholte von einem Kamerateam begleitet. Schnell wurde dem Zuschauer klar, dass die Arbeit in der Krankenpflege getragen wird von großem Engagement und umfassender fachlicher Kompetenz.

Trotz entsprechender Fragen des Moderators Steffen Hallaschka ließ sich Noltensmeier nicht auf die Schiene des Sozialneids lenken sondern machte in seiner ruhigen, konzentrierten Art schnell deutlich, dass qualifizierte Arbeit auch ausreichend honoriert werden sollte. Hierbei sah der Krankenpfleger immer über den Tellerrand hinaus und bezog sich nicht auf die Gehälter der Ärzte im Krankenhaus sondern ging zum Beispiel auf die Löhne von Piloten ein.

Der Versuch, das Einkommen von Arbeitnehmern des öffentlichen Dienstes mit denen der Industrie zu vergleichen, fiel auch den Experten im Studio schwer, dennoch erntete Noltensmeier mit seinem Zitat „ich habe den Eindruck, dass uns heutzutage das Auto mehr wert ist als unsere Oma“ den zustimmenden Applaus des Publikums im Studio. Die Äußerung von Dr. Hagen Lesch vom Institut der Deutschen Wirtschaft „Wir haben offensichtlich keinen derartigen Mangel an Pflegern, dass die Löhne in die Höhe schießen“ verkennt sicher die Realitäten in unseren Krankenhäusern.

Die Diskussion um die komplizierte Frage der Wertschöpfung einer Tätigkeit bereicherte der Moderator Hallaschka mit dem Hinweis „Als wir auf der Intensivstation gedreht haben, hat Herr Noltensmeier einen Menschen wiederbelebt, ein Menschenleben gerettet. Ist das kein Wert im Sinne der Wertschöpfung?“

Grundsympathisch kam auch die Familie im münsterländischen Hohenholte rüber. Als der 18 Monate alte Sohn Korbinian auf dem Schoß von Mutter Tanja mit den Worten „mehr, mehr“ nach einem Stück Obst auf dem Tisch griff, kommentierte der Familienvater dies  mit einem lachenden „und das Kind frisst uns die Haare vom Kopf“. Die Frage nach einem zweiten Kind ist bei Familie Noltensmeier auch von finanziellen Aspekten abhängig, wie sie bestätigen.