Mehr Sicherheit bei Operationen an Hirngefäßen

[22.03.2010]

In der Klinik für Neurochirurgie des Clemenshospitals ist es seit Neuestem möglich, Blutgefäße während der Operation mithilfe eines speziellen Kontrastmittels darzustellen. Echtzeit Fluoreszenz Angiographie nennt sich diese Methode, die bereits bei einer Reihe von Patienten sehr erfolgreich eingesetzt wurde. Möglich geworden ist dies durch das neu angeschaffte modernste Zeiss-Mikroskop, das mit speziellen Kameras ausgerüstet ist. „Durch diese technische Weiterentwicklung wurde ein großer Fortschritt in der Neurochirurgie vollzogen“, sagt der Chefarzt Prof. Dr. Abolghassem Sepehrnia. „Die exzellente optische Darstellung der Gefäße erhöht die Sicherheit für die Patienten speziell bei so hoch riskanten Eingriffen um ein Mehrfaches und ermöglicht noch bessere Ergebnisse.“

Farbstoff seit den 50er Jahren in der Medizin im Einsatz

Der bei dieser Methode verwendete Farbstoff „Indocyaningrün“ wurde im Zweiten Weltkrieg für die Fotografie entwickelt und für den Einsatz in der Humanmedizin in den 50er-Jahren getestet. Über den Einsatz des Farbstoffes in der Leberfunktionsdiagnostik und später in der Kardiologie gelangte der Farbstoff von der Humanmedizin weiter in verschiedene Fachbereiche, wie Augenheilkunde und Neurochirurgie.

Großer Fortschritt

Seit 1980 konnte durch die Entwicklung neuartiger Kameras und Verbesserung der Messgeräte der Einsatz in der Medizin weiter verbessert werden. Der Einsatz des fluoreszierenden Farbstoffs in der Neurochirurgie ist seit Jahren einer der größten Fortschritte bei Operationen an den Hirngefäßen. So wird bei einem Aneurysma (Gefäßaussackung) oder einem Angioms (Gefäßknäuel) oder bei einer Gefäß-Verbindung (zur Verbesserung der Hirndurchblutung bei einem Gefäßverschluss) der Farbstoff während der Operation am offenen Gehirn in die Vene appliziert und mittels einer Nahinfrarotbeleuchtungsquelle zum Leuchten gebracht. Dabei wird die Durchblutung der Gefäße beurteilt und damit die Sicherheit des Eingriffes erheblich erhöht. Währenddessen kann dieser Ablauf durch spezielle Kameras dokumentiert werden, so dass der Operateur den Eingriff und den Ablauf des Eingriffes dokumentieren und nachträglich bearbeiten beziehungsweise beurteilen kann.
Sepehrnia: „Wir wollten erst einige Patienten erfolgreich mit dieser Methode behandeln, bevor wir damit an die Öffentlichkeit gehen. Nun können wir mit großer Freude berichten, dass dieser Schritt vollzogen ist