Mit Hyperthermie gegen den Krebs

[22.02.2010]

Ein neues innovatives Verfahren in der Krebstherapie wird jetzt neben zirka  30 anderen Kliniken in Deutschland auch im Clemenshospital, als einzigem Krankenhaus im Münsterland, angeboten.
HIPEC (Hypertherme intraperitoneale Chemoperfusion) nennt sich die neue Therapie, die vorwiegend eingesetzt wird beim Befall des Bauchfells, insbesondere durch Darm- und Mastdarmkrebs. Dieses Erkrankungs-Stadium galt bis vor kurzem als unheilbar. Nach ersten Ergebnissen haben durch Anwendung der HIPEC nun 40-50 Prozent der Patienten eine echte Heilungschance.

Die Maschine, die in ihrem Aufbau einer in der Herzchirurgie verwendeten Herz-Lungen-Maschine ähnelt, durchspült die Bauchhöhle kontrolliert mit 43 Grad warmer Chemotherapie-Lösung und heizt so den Körper auf.

Durch die Kombination der Hyperthermie mit einer vorgeschalteten radikalen Entfernung befallener Bauchfellanteile wird es möglich, Patienten eine Heilungschance zu vermitteln, die vorher auf eine belastende Chemotherapie ohne echte Heilungsaussicht angewiesen waren. Insofern kann das neue Verfahren sowohl die Heilungsaussichten als auch nach der Erholungsphase im Anschluss an Operation und Hyperthermie die Lebensqualität verbessern.

Durch neue Studien muss diese Art der Therapie als in ihrer Wirkung gesichert beim Bauchfell-Befall durch einen Dick- oder Mastdarm Tumor gelten. An der Eignung dieses so genannten HIPEC-Verfahrens für andere Tumore im Verdauungstrakt (zum Beispiel Magenkrebs) arbeiten wir mit der für die HIPEC führenden Arbeitsgruppe in Deutschland an der Universität in Regensburg eng zusammen.

Das Neue dieses Ansatzes liegt in der Kombination einer besonders radikalen chirurgischen Tumorentfernung im Bereich des Bauchraumes, deren Ziel es ist, möglichst alle sichtbaren Tumormanifestationen zu entfernen mit einer Durchströmung des Bauchraumes unter Verwendung eines aufgeheizten Chemotherapeuticums, welches zusätzlich makroskopische nicht sichtbare Tumoranteile abtöten soll.