Modernste Strahlentherapie in der Region ist schneller, schonender und präziser

[13.12.2010]

Zwei neue Linearbeschleuniger mit neuester technischer Ausstattung machen im Clemenshospital den Weg frei für die modernste Strahlentherapie in Münster und Umgebung. Sie sind mit Unterstützung des Landes NRW angeschafft worden und vereinen Bildgebung und Bestrahlung in einem Gerät.
IMRT und insbesondere V-MAT heißt diese extrem schnelle und hochpräzise Bestrahlungstechnik. Diese so genannte Kreisel-Bestrahlung ermöglicht es, dass selbst komplex geformte Tumoren präzise bestrahlt werden können. Dabei wird das umliegende Normalgewebe geschont. Mit diesem Verfahren kann man nicht nur die Bestrahlungsfelder genau eingrenzen, sondern auch die Strahlendosis anpassen, so dass das bösartige Gewebe höchstpräzise bestrahlt werden kann.
Dabei dreht sich der Strahlerkopf des Linearbeschleunigers in einer genau definierten Geschwindigkeit um den liegenden Patienten, ähnlich wie bei einer Computertomographie. Gleichzeitig bewegen sich die 120 im Strahlerkopf angeordneten Lamellen so, dass das Feld während der Strahlentherapie dauernd verändert wird, und die Strahlendosis während dieser Rotation genau an die Form und Beschaffenheit des Tumors angepasst werden kann.
Voraussetzung dafür ist, dass eine hochpräzise Planung der Bestrahlung erfolgt. Dazu wird zuerst ein Computertomogramm der betroffenen Region erstellt. Die zu bestrahlenden Areale werden vom Strahlentherapeuten dann in diesen Bildern eingezeichnet. Zugleich wird eingezeichnet, welche Gebiete geschont werden sollen und keine Bestrahlung erhalten sollen. Mit Hilfe spezieller Rechner und Optimierungsprogrammen, die ebenfalls neu angeschafft wurden, wird dann die Dosisverteilung für die Bestrahlung ausgerechnet.

Um diese Planung dann am Bestrahlungsgerät und am Patienten durchzuführen, ist es notwendig, dass das Bestrahlungsgerät selbst auch einen Computertomographen hat. Vor Beginn jeder Bestrahlung wird mit Hilfe dieses Computertomographen nochmals die genaue Lage der Zielregion ermittelt. Diese wird dann mit dem Ausgangsbefund verglichen und entsprechend angepasst. Dadurch ergibt sich, dass die Bestrahlung jeden Tag äußerst exakt und reproduzierbar wiederholt werden kann und schwerere Nebenwirkungen verhindert werden können.

Zugute kommt dieser neue Weg der Strahlentherapie insbesondere Patienten mit Brust-, Prostata- und Lungenkrebs. Den Patienten kann nun ein weites Feld an Therapiemöglichkeiten angeboten werden. Eingebunden sind darin die Computertomographie, die Kernspintomographie und die Positronentomographie. Diese enge Vernetzung von Bildgebung und einem breiten strahlentherapeutischen Spektrum sind ein Markenzeichen des Clemenshospitals. „Wir haben begonnen, einen der viel versprechendsten Wege der Radiotherapie einzuschlagen, die individuelle Therapie“, sagt Chefarzt Prof. Dr. Arnt-René Fischedick. „Das bedeutet, dass aus dem breiten Spektrum an Modalitäten für den Patienten das für ihn geeignete Vorgehen angeboten werden kann. Im Mittelpunkt steht nicht der Standard, sondern der Patient.“