Polizist Gerd Brandt erklärte Dritlind und Dorentina die Funktionen des Motorrads. Die Mutter der Kinder, Raba Krasniqi, freute sich mit der Physiotherapeutin Ramona Brandt (2.. v. r.) und Oberarzt Dr. Peter Küster.

Motorradpolizei in der Kinderambulanz

[27.04.2012]

Der 10-jährige Dritlind hat seit vielen Jahren einen Traum: Einmal einen richtigen Polizisten kennenlernen, auf einem Polizeimotorrad sitzen und sich wie ein ganz Großer fühlen. Doch Dritlind ist krank, er leidet seit seiner Geburt unter Mukoviszidose.

Seine Lebenserwartung liegt statistisch bei nur 35 Jahren. Ob er seinen Traumberuf jemals erlernen kann, ist fraglich. Deshalb hat ihm das Clemenshospital, in dessen Mukoviszidose-Ambulanz er schon immer betreut wird, jetzt seinen Traum erfüllt: Dritlind bekam Besuch von einem echten Motorradpolizisten. 

In die Wege geleitet hat die Aktion die Physiotherapeutin Ramona Brandt. Sie betreut Dritlind schon seit seiner Geburt, und kennt daher seinen Wunsch sehr gut. Dritlinds zwei Jahre ältere Schwester leidet ebenfalls unter Mukoviszidose. Da beide momentan stationär im Clemenshospital liegen, durfte natürlich auch Dorentina den Polizisten Gerd Brandt vom Bezirks- und Schwerpunktdienst Süd in Hiltrup kennenlernen. Die Freude war bei beiden groß, und auch Dr. Peter Küster, Leiter der Mukoviszidose-Ambulanz, bekam leuchtende Augen, als er sah, wie gut diese Begegnung seinen beiden Schützlingen tat. „Ich will auf jeden Fall auch Polizist werden“, war sich Dritlind nach dem Besuch noch sicherer als vorher.  

Was ist Mukoviszidose? 

Mukoviszidose ist eine angeborene Stoffwechselerkrankung, die die Bronchien verschleimt und somit das Atmen erschwert und zu Lungenentzündungen sowie zu chronischem Husten führt. Zudem sind auch die inneren Organe wie Darm, Leber oder Galle betroffen. Viele Patienten bekommen zusätzlich Diabetes. Die Lebenserwartung der Erkrankten konnte in den letzten Jahrzehnten immer wieder gesteigert werden, nicht zuletzt dank der vielen modernen Therapiemöglichkeiten, wie sie in der Mukoviszidose-Ambulanz des Clemenshospitals angewandt werden. Für Dritlind und Dorentina bleibt nur zu hoffen, dass die Forschung immer weiter Fortschritte macht, und sie so vielleicht doch noch eines Tages ihren Traumjob ausüben können.