Prof. Dr. Peter Baumgart (r.) erläutert Bernadette Spinnen die Funktionsweise des neuartigen Behandlungsgerätes aus den USA.

Münster nimmt durch Bluthochdruckstudie Vorreiterposition ein

[30.07.2015]

Hämmernde Kopfschmerzen, Hautrötung, Herzklopfen, Ilona Rambow hat jahrelang unter ihrem sehr hohen Blutdruck gelitten, selbst drei unterschiedliche Medikamente, die sie regelmäßig einnehmen musste, halfen nicht mehr. Im April wurde sie im Rahmen der WAVE IV-Studie im Clemenshospital mit einer neuen Methode behandelt, „Der Blutdruck ist daraufhin von über 200 mmHg auf unter 150 mmHg gesunken, die Beschwerden sind verschwunden.“

„Bei diesem vollkommen neuen Verfahren werden die Nierenarterien mit speziellen Ultraschallwellen behandelt“, erläutert Prof. Dr. Peter Baumgart, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin. Nach der unblutigen Behandlung, bei der die Patienten wie bei einer Darm- oder Magenspiegelung schlafen, liefern die Nerven im Bereich der Nierenarterien falsche Werte an das Gehirn, das daraufhin den Blutdruck senkt. Noch befindet sich das Gerät, das in den USA entwickelt wurde und nun weltweit getestet wird, in der Erprobungsphase. Fünf Zentren, überwiegend Unikliniken, nehmen in Deutschland an dieser Studie teil, „am aktivsten ist hierbei das Clemenshospital“, wie Marc Höhne von der Herstellerfirma Kona bestätigt. Die bislang vorliegenden Ergebnisse sind sehr ermutigend, eine wahre Revolution in der Behandlung des schweren Bluthochdrucks könnte sich anbahnen, da sind sich die Experten der Klinik am Düesbergweg und der Herstellerfirma sicher.

„Es ist kein Zufall, dass Münster ein Standort für diese internationale Studie ist. Münster ist eine Wissenschaftsstadt und gleichzeitig eine Gesundheitsstadt, in der alle medizinischen Kräfte, Krankenhäuser, Hochschulen und Hausärzte, zusammenarbeiten. Das ist für die Forschung einzigartig und letztendlich für die Bürgerinnen und Bürger, Patientinnen und Patienten, von enormer Bedeutung“, freut sich die Leiterin von Münster Marketing, Bernadette Spinnen darüber, dass die Studie in Münster durchgeführt wird. Auch Prof. Peter Wieacker, Sprecher des Facharbeitskreises Medizinische Prävention der Allianz für Wissenschaft und Leiter des Instituts für Humangenetik der Uniklinik, hebt die Vorteile für die Stadt hervor: „Die medizinische Forschung, die Prävention und Behandlung von Hypertonie ist eines der Kernthemen des Facharbeitskreises. Die medizinische Forschung ist ein Zukunftsmotor für die Stadt Münster und so können beide, Wissenschaft und Stadt, von Pionierprojekten wie der WAVE IV -Studie nur profitieren.“

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