Chefärztin Prof. Dr. Uta Schick mit dem neuen Navigationsgerät des Clemenshospitals. Oben rechts schauen die beiden Infrarot-Kameras auf das Operationsgebiet.

Navi zum Hirntumor

[11.11.2011]

Es sieht ein wenig aus wie aus einem Science-Fiction-Film, tatsächlich ist das neue Navigationsgerät der Klinik für Neurochirurgie des Clemenshospitals ein echtes Stück Hightech und das bundesweit modernste seiner Art. Wenn es den Chirurgen mit seinen Infrarot-Augen bei der Arbeit über die Schultern sieht, entgeht ihm nicht das kleinste Detail. Wie das Navigationsgerät im Auto gibt es den Medizinern Hinweise für den besten Weg bei Eingriffen am Gehirn oder an der Wirbelsäule.

Der Weg zu einem Tumor oder einem erkrankten Blutgefäß führt oft durch gesundes Gewebe, das durch den Eingriff nicht geschädigt werden soll. Auch die Öffnung des Schädelknochens sollte möglichst klein sein. Bereits bei der Planung der Operation werden daher Aufnahmen des Patienten aus dem Computertomografen (CT), dem Magnetresonanztomografen (MRT) oder anderen Untersuchungen in das System des Gerätes eingespeist, auf deren Grundlage der Neurochirurg am Computer den günstigsten und schonendsten Weg in das Operationsgebiet berechnet. Während des Eingriffs bekommt der Chirurg über einen Monitor Informationen zur Position seiner Instrumente und zum berechneten Operationsweg. Zudem ist der virtuelle Weg ins Okular des Mikroskops eingespielt.

Die Chefärztin der Klinik für Neurochirurgie des Clemenshospitals, Prof. Dr. Uta Schick, ist begeistert von den neuen Möglichkeiten des Navigationsgerätes: „Die Navigation ermöglicht uns eine exakte Zugangsplanung, so dass die Öffnung des Schädels genau der Tumorgröße angepasst werden kann. Das Gerät führt auf den Millimeter genau vor Ort, so dass das umgebende Hirngewebe nicht geschädigt wird. Die Hirntumorchirurgie und auch die Stabilisierungsoperationen an der Wirbelsäule werden dadurch noch exakter und planbarer und das Risiko für den Patienten deutlich geringer. Daten zur Lage des Sprachzentrums, der Motorik oder der Verlauf motorischer Nervenbahnen werden kombiniert und fließen so bereits in die Planung vor der OP und in die Durchführung des Eingriffs ein.“