Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I, Prof. Dr. Peter Baumgart.
Schwerer, therapieresistenter Bluthochdruck betrifft viele Patienten in Deutschland. Foto: © Philipp Flury / PIXELIO

Neuartiges Verfahren zur Therapie des Bluthochdrucks erfolgreich umgesetzt

[08.09.2011]

Im Clemenshospital ist in dieser Woche die erste kathetergestützte Sympathikusnerven-Denervierung der Nierenarterien erfolgt. Dabei handelt es sich um ein ganz neuartiges Verfahren zur Behandlung des schweren therapieresistenten Bluthochdrucks, welcher viele Patienten betrifft.

Dabei wird mit einem Katheter das sympathische Nervengeflecht beider Nierenarterien unterbrochen und die Niere dadurch  „denerviert“. Dies führte in klinischen Studien zu einer erheblichen zusätzlichen Blutdrucksenkungen bei Patienten, welche zuvor mit medikamentöser Therapie unzureichend einstellbar waren.
Der Eingriff dauert ca. 30 bis 60 Min. Komplikationen sind selten und betreffen hauptsächlich Blutungen in der Leiste nach der Arterienpunktion. Dieses Risiko der Leistenarterienpunktion entspricht dem bei Herzkatheter-Untersuchungen.

Geeignet ist das neue Verfahren für Patienten mit primärer (essentieller) Hypertonie, welche auch unter Kombinationsbehandlungen mit mehreren (>3) Medikamenten keine ausreichende Blutdrucksenkung erreichen. In Studien wurde der Blutdruck durch diesen Eingriff zusätzlich zur medikamentösen Therapie um 30 bis 40mmHg gesenkt. Diese erstaunliche Blutdrucksenkung blieb auch im Langzeitverlauf über 2 Jahre erhalten.

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