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Neues Konzept lässt Patienten schneller wieder selbst atmen
Gut ein Jahr lang hat sich der Fachkrankenpfleger Martin Wolke für seine Facharbeit mit dem Thema „Entwöhnung von der maschinellen Beatmung“ beschäftigt. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Wolke hat ein Konzept für alle beatmeten Patienten entwickelt und bereits im Clemenshospital erfolgreich etabliert, dass es so bisher nur in wenigen Krankenhäusern gibt. Durch feste Vorgaben ist es nun möglich, langzeitbeatmete Patienten schneller von der maschinellen Beatmung zu entwöhnen. Dadurch kann das Auftreten von Komplikationen verringert werden und der Patient früher die Intensivstation verlassen.
117 Patientendaten ausgewertet
Wolke hat für seine Untersuchung 117 Patientendaten ausgewertet. „Ich hatte zwar damit gerechnet, dass das Ergebnis meine Vermutung bestätigt, aber dass es so eindeutig ausfallen würde, das hat mich dann doch überrascht“, sagt der Fachkrankenpfleger für Intensiv und Anästhesie. Dank des entwickelten Algorithmus, der erklärt, was bei jedem einzelnen Schritt, jeder Komplikation oder Reaktion getan werden muss, gab es rund 20 Prozent weniger Lungenentzündungen infolge der Beatmung, und die Dauer der Beatmung konnte um 60 Stunden pro Patient gesenkt werden. Die Anzahl der Patienten, die nicht im ersten Anlauf erfolgreich vom Beatmungsgerät entwöhnt werden konnten, sank um die Hälfte.
Mitarbeiter fühlen sich sicherer
Auch der Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Prof. Dr. Ralf Scherer, ist von dem Ergebnis beeindruckt. Er hat Wolke bei seinen Studien unterstützt und den Algorithmus direkt in seiner Klinik eingesetzt. „Alle Mitarbeiter stehen voll und ganz dahinter und fühlen sich nun noch sicherer im Umgang mit langzeitbeatmeten Patienten“, sagt Scherer. Davon profitieren nicht zuletzt auch die Patienten des Lungenkrebszentrums.
Für das Clemenshospital bedeutet diese Verbesserung, nun noch mehr einen entscheidenden Beitrag für das Wohlbefinden und die schnelle Genesung seiner Patienten leisten zu können.
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