Mit höchster Präzision zum Hirntumor, das neue Stereotaxiesystem des Clemenshospitals.

Neues Stereotaxiegerät in der Neurochirurgie am Clemenshospital

[15.03.2012]

Es mutet ein wenig sonderbar an, wenn ein Ring von außen an den Kopf geschraubt wird. Doch dies ist der erste Schritt bei der Durchführung der Stereotaxie. Diese bedient sich eines Kopfrings und eines daran befestigten Zielbogens mit dem jeder Punkt im Hirn millimetergenau lokalisiert werden kann. Mit dem neuesten auf dem Markt befindlichen System, das seit kurzer Zeit am Clemenshospital im Einsatz ist,  wird jetzt neben dem Eintritts- und Zielpunkt auch der Weg durch das Gehirn vor dem Eingriff simuliert.

Daten vom Computertomografen (CT) und vom Magnetresonanztomografen (MRT) liefern die Grundlage für  die  Berechnung der Koordinaten und können mit weiteren Daten zum Beispiel aus dem Positronen-Emissions-Tomografen (PET) kombiniert werden. Mit Hilfe des neuen Stereotaxiesystems können die Neurochirurgen am Clemenshospital bis auf einen Millimeter genau das Ziel bestimmen und den schonendsten Weg zum Beispiel zu einem Hirntumor nehmen, ohne dass gesundes Hirngewebe geschädigt wird. Das Risiko für den Patienten wird so erheblich reduziert.

„Ein weiterer Schritt in Richtung Hightech-Medizin ist getan und unsere Operationssäle sind nun alle mit den neuesten auf dem Markt verfügbaren Techniken ausgerüstet“ freut sich die Chefärztin Prof. Dr. Uta Schick. An ihrer Klinik werden pro Jahr über 1.250 neurochirurgische Eingriffe am Gehirn, an der Wirbelsäule, am Rückenmark und am restlichen Nervensystem vorgenommen.