Prof. Dr. Peter Baumgart am 16. April während der Justierung des Schallkopfes.
Der Chefarzt erläutert die Wirkungsweise der neuen Methode.
Für den Pressetermin reisten auch die Chefs der Firma Kona, Mike Gertner und Omar Dawood, sowie der Repräsentant in Deutschland, Marc Höhne, (r.) an.
In zahlreichen, großen Holzkisten wurde das Gerät geliefert.
Auf dieser Animation der Firma Kona ist das neue Gerät zu erkennen. Unter dem Patienten befinden sich die Ultraschallköpfe.

Neues Verfahren zur Blutdrucksenkung weckt Hoffnungen

[16.04.2015]

Prof. Dr. Peter Baumgart wirkt zuversichtlich und dies nicht ohne Grund: „Erste Studien zeigen eine deutliche Senkung des Blutdrucks um durchschnittlich 29mmHg.“ Möglich ist dieser Erfolg bei Patienten, bei denen zum Beispiel medikamentöse Therapien versagen, durch ein neues Behandlungsverfahren, das aktuell an fünf Zentren in Deutschland erprobt wird, eines davon ist das Clemenshospital.

Das Gerät der US-amerikanischen Firma KONA knüpft an das Verfahren der Denervierung der Nierenarterien an, das bis vor einiger Zeit „blutig“ mit Elektrokathetern durchgeführt wurde. Eine große Studie, deren Aussagekraft allerdings von einigen Experten angezweifelt wird, hat die Wirksamkeit dieser „renalen sympathischen Denervierung“ mittels Elektrokatheter in Frage gestellt. Bei dem neuen Verfahren erfolgt die Denervierung unblutig mittels gezielter Ultraschallbestrahlungen. Hierbei kommen nacheinander zwei Ultraschallköpfe zum Einsatz, mit dem einen wird das Zielgebiet in einem rund einstündigen Prozess exakt lokalisiert, um danach mit dem fokussierten Ultraschall des zweiten Schallkopfes etwa drei Minuten bestrahlt zu werden. Hierbei wird das Gewebe der Arterienwand erwärmt, die Nerven stellen ihre Tätigkeit ein. Der Patient wird während dieser Zeit sediert und schläft. „Es gab bislang kaum Nebenwirkungen, lediglich geringe und rasch abklingende Rückenschmerzen traten gelegentlich auf“, wie Baumgart berichtet.

Aktuell ist das Gerät in Europa unterwegs, um die Doppelblindstudie mit dem Namen WAVE IV durchzuführen. Bevor es im Clemenshospital aufgebaut wurde, war es in Prag im Einsatz, von Münster ging es dann weiter nach Bonn.

Sollten sich die positiven Ergebnisse der bisherigen Studien bestätigen, wäre dies ein Meilenstein in der Hypertoniebehandlung, da ist sich der Chefarzt sicher.

Geeignete Patienten können unter der Rufnummer 0251.976-5466 mit der Klinik Kontakt aufnehmen.

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