Prof. Dr. Peter Baumgart (l.) demonstriert bei einem Hypertonie-Patienten, wo der Sensor des Barorezeptorstimulators implantiert wurde, der den schweren Bluthochdruck dauerhaft gesenkt hat.
Die Elektrode eines sogenannten Barorezeptorstimulators, wie sie im Clemenshospital gegen schweren Bluthochdruck an der Halsschlagader implantiert wird.

Nicht resignieren, wenn der Blutdruck zu hoch ist

[27.03.2015]

Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit. Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass im höheren Alter jeder zweite Deutsche betroffen ist, allerdings weiß nur die Hälfte der Betroffenen von ihrer Erkrankung. Viele der Betroffenen lassen den Bluthochdruck,  Hypertonie genannt, nicht behandeln. Eine gefährliche Entscheidung, da als Folge des zu hohen Drucks auf Dauer Schädigungen des Herzens, des Gehirns, der Nieren und der Gefäße insbesondere der Herzkranzgefäße auftreten können, es drohen Herzinfarkt und Schlaganfall.

Wer den Weg zum Hausarzt gewählt hat, wird zunächst auf eine gesündere Lebensweise hingewiesen. Meistens werden zusätzlich Medikamente benötigt. „Es gibt allerdings Fälle, in denen auch die ansonsten gut erprobten Medikamente nicht helfen und der Bluthochdruck einfach nicht in den Griff zu bekommen ist“, erläutert der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I des Clemenshospitals, Prof. Dr. Peter Baumgart.

Während noch vor einigen Jahren diesen Patienten kaum geholfen werden konnte, sind seit einiger Zeit operative und nicht-operative Methoden im Einsatz, die der „Schaltzentrale“ im Gehirn falsche Werte vorspiegeln und auf diese Weise für ein Absinken des Blutdrucks sorgen.

Zusätzlich werden im Clemenshospital neue zukunftsweisende Methoden zur Blutdrucksenkung bei schwerer Hypertonie erprobt. Hierbei handelt es sich um Nierenarterien-Denervierung mit fokussiertem Ultraschall, also ohne Katheter- und Röntgentechniken. Diese neue Technik hat sich bei den ersten Patienten als sehr wirksam erwiesen und ist dennoch nicht durch gravierende Nebenwirkungen belastet. Das Clemenshospital ist eines von weltweit 20 ausgesuchten Zentren, in denen dieses Verfahren klinisch geprüft wird. „Viele Menschen ahnen nicht, dass es diese neuen Behandlungsmethoden gibt und resignieren, weil ihre Medikamente keine Wirkung zeigen“, erklärt Baumgart.

Am Dienstag, 31. März, informiert der Chefarzt um 18 Uhr während einer Veranstaltung der „Selbsthilfegruppe Bluthochdruck“ im Clemenshospital über diese modernen Verfahren zur Senkung des Bluthochdrucks. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht notwendig.