Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, des Clemenshospitals, der Polizei, der Berufsfeuerwehr und des Gymnasium Paulinum führten gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern das Projekt P.A.R.T.Y. im Clemenshospital durch.
Dr. Timm Schmidt-Mertens vom Clemenshospital (l.) und Prof. Johannes Sturm von der DGU.
Udo Weiss von der Polizei, Dr. Timm Schmidt-Mertens und Prof. Horst Rieger vom Clemenshospital (v.l.)
Udo Weiss demonstrierte den Ernst der Lage mit zum Teil drastischen Fotos aus dem Polizeialltag.
Am Rettungswagen der Berufsfeuerwehr Münster erlebten die Schülerinnen und Schüler des Paulinum, wie ein Unfallopfer versorgt wird, bevor es ins Krankenhaus gelangt.
Der stellvertretende Abteilungsleiter Christian Wessels (r.) erklärt den Schülerinnen und Schülern des Paulinums, wie Patienten auf der Intensivstation versorgt werden.
Ein Unfall kann mitunter jahrelange körperliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen, die, wenn überhaupt, nur mit regelmäßiger Physiotherapie in den Griff zu bekommen sind.
Die Schüler des Paulinum verfolgen gebannt den Berichten von Maik Helling.
Nach der Veranstaltung fuhren die Schülerinnen und Schüler mit einem anderen Blick auf den Straßenverkehr nach Hause.

P.A.R.T.Y. warnt vor Alkohol im Straßenverkehr

[17.06.2015]

„Nicht alles was cool ist, ist gesund!“, diesen launigen aber durchaus ernst gemeinten Spruch gab Prof. Johannes Sturm den Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse des Gymnasiums Paulinum zu Beginn des Aktionstages P.A.R.T.Y. mit auf den Weg. Sturm ist Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, die den Aktionstag entwickelt hat, der erstmals im Clemenshospital durchgeführt wurde.

Hautnah erlebten die Jugendlichen an mehreren Stationen vom Rettungswagen über den Schockraum, die Intensivstation bis zur Physiotherapie den mitunter langen Weg eines Unfallopfers durch das Krankenhaus kennen. Besonderes Augenmerk wurde auf die Wirkung von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr gelegt.

Chefarzt Prof. Horst Rieger von der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie, Handchirurgie und Sportmedizin war von dem neuartigen Konzept sofort begeistert: „Wir erleben in unserer täglichen Arbeit leider immer wieder, dass man nicht alles operieren und reparieren kann. Daher setzen wir uns seit Jahren durch die Arbeit mit Schulen dafür ein, dass Unfälle möglichst gar nicht erst passieren.“  Nach Köln ist Münster damit erst die zweite Stadt in NRW, die dieses aufwendige Konzept umgesetzt hat. Kooperationspartner sind die Polizei und die Berufsfeuerwehr der Stadt.

Während eines einführenden Vortrags berichtete der leitende Polizeidirektor Udo Weiss eindringlich von seinen Erfahrungen mit zurückliegenden Unfällen in Münster, oft seien hierbei Alkohol, Drogen aber auch die Handynutzung mit im Spiel gewesen. „Jeder Unfall zieht auch große menschliche Folgen nach sich“, erläutert Weiss, der als Polizist schon oft den Angehörigen die schlimme Nachricht vom Unfalltod des Sohnes oder der Tochter überbringen musste. Diese persönlichen Berichte waren es, die die Schülerinnen und Schüler am stärksten berührten. So wie das abschließende Gespräch mit dem heute 23-jährigen Maik Helling, der 2008 nachts von einem Auto angefahren wurde, der Fahrer begann Fahrerflucht und konnte nie ermittelt werden. „Ich muss noch immer ein bis drei Mal pro Jahr operiert werden und bekomme Physiotherapie. Man sollte nicht glauben, dass die Folgen eines Unfalls immer nach ein paar Wochen ausgestanden sind. Das kann Jahre dauern, vielleicht sogar das ganze Leben!“

Nach dem Aktionstag war den Jugendlichen klar, dass ein Unfall, besonders unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, schnell passieren und schlimme Folgen haben kann, die das ganze Leben verändern. „Ich werde jetzt mehr auf mich Acht geben und nach dem was ich heute gesehen und gehört habe, sicher nicht alkoholisiert mit dem Fahrrad fahren“, war das Fazit eines Schülers am Ende der Veranstaltung.

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