Jetzt ein Gruppenfoto: Die Teilnehmerinnen des Schminkkurses im Clemenshospital.
Judith Roski legt Hand an.
Ilka Gabriel gibt Tipps.

Schminken für das Selbstbewusstsein

[20.02.2013]

Es sieht aus wie ein gemütliches Kaffeekränzchen, was die neun Frauen zwischen Mitte 50 und Mitte 60 im Clemenshospital zusammengeführt hat, Geschichten werden erzählt und es wird viel gelacht. Die Teilnehmerinnen verbindet jedoch das gleiche Schicksal, alle sind an Brustkrebs erkrankt und befinden sich gegenwärtig in medizinischer Behandlung.

Operationen, Bestrahlungen, Chemotherapien und ständige Sorgen, all dies hat Spuren hinterlassen, im Gesicht und in der Seele. Jetzt nehmen sie gemeinsam an einem Schminkkurs teil, eine Schicksalsgemeinschaft, die sich auf Anhieb bestens versteht. Die Fältchen zu verdecken und wieder Farbe ins Gesicht zu bringen, das baut auf und vermittelt das lange vermisste Gefühl, dass das Leben nicht nur aus der Krankheit besteht. Der Kurs wird organisiert von Ilka Gabriel, Krankenschwester und Breast Care Nurse an der Frauenklinik, die professionellen Schminktipps kommen von Judith Roski, Leiterin der Innenstadtfiliale der Parfümerie Pieper. Bereits seit 2007 bieten die Beiden drei Schminkkurse pro Jahr für Frauen mit Brustkrebs an, fast immer sind die Workshops ausgebucht.

Erst wird das Gesicht geschminkt, dann kommen die Augen, Brauen, Wimpern und Lippen an die Reihe, zum Schluss gibt’s noch etwas Rouge auf die Wangen. Dabei geht es nicht nur ums Schminken, wie Judith Roski weiß: „Der persönliche Austausch miteinander ist mindestens genauso wichtig“ und Ilka Gabriel fügt hinzu: „Die Frauen gehen oft gestärkt aus dem Kurs heraus in den Alltag zurück. Das Schminken ist sehr gut für das Selbstbewusstsein!“ Finanziert werden der Workshop und die hochwertigen Kosmetikprodukte von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) und dem Freundeskreis des Clemenshospitals.

Die Stimmung in der Gruppe steigt spürbar mit jedem Lidstrich. Am Ende sind sich die Frauen einig: „Jetzt ein Gruppenfoto!“ Ein Wunsch, der für die meisten der Teilnehmerinnen vor dem Kurs sicher kaum vorstellbar gewesen wäre.