Schüler erleben hautnah die Auswirkungen des Nikotin-Konsums

[24.03.2010]

Rauchen kann zum Tod führen – das war den Schülern der zehnten Klasse des  Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums in Münster auch schon vor ihrem Besuch im Clemenshospital klar. Doch nach den Schilderungen von Chefarzt Prof. Dr. Harald Steppling am Dienstag, 23. März, über Lungenkrebs, chronische Bronchitis und die Auswirkungen dieser Erkrankungen waren sie doch erschrocken. Hautnah zu erleben, wie sich Nikotin auf den Körper auswirkt, hat die meisten zum Nachdenken gebracht.

Erfolg wurde in Staatsarbeit überprüft

Der erhobene Zeigefinger eines Pädagogen erzielt nicht immer die gewünschte Wirkung. Schildert jedoch der Facharzt, welche Krankheiten durch Tabakgenuss ausgelöst werden können und welche Folgen das haben kann, bewirkt das bei Schülern meist viel mehr. Auch Lehrerin Svenja Schwarzer hat diese Erfahrungen gemacht, und daher nun bereits zum dritten Mal mit einer Klasse das Clemenshospital besucht. Der Erfolg dieser Präventionsmaßnahme wurde inzwischen auch im Rahmen einer Staatsexamensarbeit empirisch überprüft: Es zeigten sich bei den Schülern deutliche Einstellungsänderungen zum Rauchen.
Zuerst bekamen die Schüler in zwei Vorträgen alle wichtigen Hintergrundinformationen vermittelt und wurden über die Krankheiten Lungenkrebs und chronische Bronchitis aufgeklärt. Danach besichtigten sie das Lungenfunktionslabor, wurden über die Station für Lungen- und Bronchialkranke geführt, durften bei einer Bronchoskopie (Luftröhrenspiegelung) zusehen und einen Blick in die Radiologie werfen. An dieser Stelle waren schon einige Schüler davon überzeugt, nie mit dem Rauchen anfangen zu wollen. Diejenigen, die diesen Schritt leider verpasst haben und bereits regelmäßig zur Zigarette greifen, konnten sich dann über Möglichkeiten der Rauchentwöhnung informieren.

Betroffenheit

Egal ob Raucher oder Nichtraucher – betroffen waren alle Schüler nach dem abschießenden Patienteninterview mit einem Lungenkrebspatienten. Direkt mit jemandem Kontakt zu haben, der unter den jahrelangen Folgen von Zigarettenkonsum leidet und seine Leidensgeschichte zu hören, war für alle schlimm und brachte die meisten über das eigene Verhaltensmuster ins Grübeln. Die Schüler forderten hinterher, dass alle Klassen diesen Ausflug unternehmen sollten. Das Clemenshospital freut sich, wenn es durch solche Veranstaltungen junge Menschen davor bewahren kann, zur Zigarette zu greifen.