Die kleine Alexa wird mit einem ausgiebigen Monitoring sitzend am Gehirn operiert.

Seltene Gehirn-OP bei Zweijähriger

[03.08.2011]

Alexa ist zwei Jahre alt, als sie plötzlich nicht mehr richtig laufen kann. Sie fällt regelmäßig zu beiden Seiten um, ihr wird ständig übel und sie muss sich erbrechen. Ihre Eltern suchen einen Arzt auf und bekommen die erschütternde Diagnose: Hirntumor. In einer außergewöhnlichen und seltenen Operation wurde dem Mädchen nun von der Chefärztin der Neurochirurgie des Clemenshospitals, Prof. Dr. Uta Schick, geholfen.

Der Tumor hatte bereits enorme Ausmaße angenommen. Er saß im Bereich der hinteren Schädelgrube und reichte von der dritten bis zum Boden der vierten Hirnkammer. Das Kleinhirn wurde dadurch massiv nach unten verlagert. Schick nahm diese besondere Herausforderung an, und operierte die Zweijährige in sitzender Position mit einem ausgiebigen Monitoring aller Nervenbahnen, auch der Hirnnerven. Diese OP-Methode und Lagerung ist gerade bei so kleinen Kindern nicht alltäglich und erfordert jede Menge Fingerspitzengefühl.

Zugang über das Kleinhirn

Operiert wurde über einen Zugang unter dem Dach des Kleinhirns. Der Tumor konnte komplett entfernt werden, was auch die Kernspinbilder nach der Operation belegen.

Auf der Kinderintensivstation des Clemenshospitals hat sich Alexa durch die intensive Betreuung, durch Physiotherapie und durch die ständige Anwesenheit ihrer Eltern schnell wieder erholt.Erfreulicherweise kann sie nun wieder nach oben schauen und hat auch keine Kopfschmerzen mehr.

Schick: „So eine Operation führen wir hier im Clemenshospital bei einem Kleinkind nicht jeden Tag durch. Generell trauen sich nicht viele Kliniken an diese besondere Operation heran. Wir sind sehr froh, dass wir die Möglichkeit hatten, Alexa ihre Lebensqualität zurückzugeben.“


Alexa im Arm ihrer Mama auf der Kinderintensivstation.