Informierten während einer Tagung in Münster über den aktuellen Stand auf dem Gebiet der Neurochirurgie (v. l.): Prof. Dr. Erol Sandalcioglu (Uniklinik Essen), Prof. Dr. Uta Schick (Clemenshospital Münster) und Prof. Dr. Isabel Wanke (Klinik Hirslanden, Zürich).
Mediziner aus der gesamten Region informierten sich über den Stand der Dinge auf dem Gebiet der Neurochirurgie.
Das Tagungshotel Mövenpick bot das stilvolle Ambiente für die gut besuchte Tagung.
Mediziner aus der gesamten Region informierten sich über den Stand der Dinge auf dem Gebiet der Neurochirurgie.
Mediziner aus der gesamten Region informierten sich über den Stand der Dinge auf dem Gebiet der Neurochirurgie.
Das "Karl Wissmann Duo" unterhielt die Tagungsteilnehmer in den Pausen.
Das Tagungshotel Mövenpick bot das stilvolle Ambiente für die gut besuchte Tagung.

Störung in der Schaltzentrale

[09.07.2012]

Das Gehirn ist die Schaltzentrale des Körpers, bereits kleine Störungen wie verstopfte oder geplatzte Blutgefäße können fatale Auswirkungen haben. Lähmungen, Sprachstörungen, Koordinationsstörungen oder Hirnleistungsstörungen sind dann unausweichlich, oft sind die Folgen auch tödlich. Über 260.000 Schlaganfälle werden pro Jahr in Deutschland registriert, alle zwei Minuten einer. 15 Prozent aller Schlaganfälle sind Blutungen ins Hirngewebe.

Der Gedanke, dass Ärzte in einem solchen Fall dem Zentralorgan eventuell mit dem Skalpell oder einem Katheter zu Leibe rücken, beunruhigt viele Menschen. „Solche Befürchtungen sind unbegründet“ wie die Chefärztin der Neurochirurgischen Klinik des Clemenshospitals, Prof. Dr. Uta Schick, weiß. Die Medizin hat auf diesem Gebiet in den letzten Jahren gewaltige Fortschritte gemacht, wie die Expertin berichtet, computergestützte „Navigationsgeräte“ helfen dem Chirurgen, bis auf den Millimeter genau und auf einem möglichst sicheren Weg zum Ort des Geschehens vorzudringen und winzige Instrumente sorgen dafür, dass der Schaden am gesunden Gewebe dabei so gering wie möglich bleibt. Bei der Aneurysmachirurgie wird sogar intraoperativ mit einem grünen Farbstoff (Indocyaningrün) die Durchgängigkeit der Gefäße überprüft (ICG-Angiographie). Im hinteren Kreislauf hat die Behandlung mit dem Mikrokatheter den Vorrang (Embolisation).

Einer der größten Fortschritte auf dem Gebiet der Behandlung von Gefäßerkrankungen des Gehirns ist das zunehmend vernetzte Denken und Handeln der beteiligten medizinischen Abteilungen, man spricht miteinander. Vom klinisch diagnostischen Neurologen sowie dem Neuroradiologen, der mit Geräten wie Computer-, Kernspintomographen und Angiographie für die Bilder sorgt  über den Neurochirurgen, der die Operation vornimmt bis zum Neuropsychologen, der nach dem Eingriff die psychologische Therapie und Rehabilitation übernimmt, steht heute in den spezialisierten Zentren ein dichtes Netzwerk von Experten bereit, die im ständigen Austausch miteinander stehen.

Während eines Symposiums der Neurochirurgischen Klinik des Clemenshospitals berichteten und diskutierten Experten aus Münster, Essen und Zürich über die aktuellen Standards auf dem Gebiet der Neurologie, Neurochirurgie, Neuroradiologie und Neuropsychologie bei der Behandlung von Schlaganfällen und Blutungen im Gehirn. In einem Punkt sind sich die Experten einig: Nur der enge Austausch untereinander sichert dem Betroffenen die bestmöglichen Heilungsaussichten.