Chefärztin Prof. Dr. Uta Schick

Wenn die Sehschwäche ein Tumor ist

[05.07.2011]

Seit einiger Zeit tränt Lisas Auge und es ist rot und geschwollen. Sicherlich ist es nur ein Fremdkörper, beruhigt sie sich, und wartet ab. Gerhard schielt in letzter Zeit immer mehr und das Auge steht weiter vor. Da brauche ich wohl eine stärkere Brille, denkt sich der rüstige Rentner, und lässt die Sache auf sich beruhen. Ein Fehler. Denn was ist, wenn der Grund nicht so banal und nahe liegend, sondern ein Tumor ist? Darüber referierte die Chefärztin der Klinik für Neurochirurgie des Clemenshospitals, Prof. Dr. Uta Schick, bei der fünften Clemenshospital-Visite am Dienstagabend, 5. Juli.

Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Schick informierte in ihrem Vortrag über die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Tumoren, die zum Beispiel am Sehnerv, an der Tränendrüse, am Augenmuskel oder an der Unterseite des Gehirns auftreten können. Mittels Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) ist es möglich, die genaue Lage des Tumors zu definieren und aufgrund dieser Information den richtigen Operationsweg auszuwählen. Nicht immer ist – wie von vielen befürchtet – eine Operation am offenen Kopf notwendig. In vielen Fällen kann ein Tumor z. B. über die Nase oder einen Augenbrauenschnitt entfernt werden. Wichtig ist die interdisziplinäre Herangehensweise, sagt Schick: „Wir Neurochirurgen müssen mit den Augenärzten, den Neurologen und den Neuroradiologen ganz eng zusammenarbeiten. Auch die Endokrinologen und bei Kindern natürlich auch die Pädiater sind ganz wichtige Partner bei der Behandlung.“ Schick freute sich über das Interesse der Zuhörer, und lud im Namen ihres Kollegen gleich zur letzten Clemenshospital-Visite in 2011 ein: Prof. Dr. Hans-Joachim Muhs, Chefarzt der Frauenklinik, referiert am 4. Oktober zu dem Thema: „Damit auch der 3. Lebensabschnitt gelingt: Die reife Frau mit modernen und dynamischen Ansprüchen.“