Intracerebrale/Intracerebelläre Blutungen

Intracerebrale/Intracerebelläre Blutungen (= spontane Blutungen in das Gehirngewebe, entweder im Bereich des Großhirns oder im Bereich des Kleinhirns)

Bei den intracerebralen Blutungen (ICB) unterscheiden wir Blutungen im Bereich der sog. „Basalganglien“ (= „tief gelegen“) sowie sog. „Lobärhämatome“ (= "oberflächlich gelegen“). Weiterhin kommen intracerebelläre Blutungen (= Blutungen im Bereich des Kleinhirns) oder auch Blutungen im Bereich des Hirnstamms vor.

Ausgedehnte intracerebrale Massenblutung rechts temporal mit ausgeprägter Massenverlagerung angrenzender Hirnstrukturen.

 

Zustand nach Ausräumung der Blutung.

Bei den ICBs im Bereich des Großhirns ist bis heute nicht abschließend entschieden, ob eine OP sinnvoll ist oder nicht. Zu diesem Zweck beteiligte sich unsere Klinik in der Vergangenheit an der sog. STICH Studie (Surgical Trial on Intracerebral Hemorrhage) unter der Leitung von David Mendelow (Newcastle, UK). Aktuell läuft die STICH II Studie, die ebenfalls prospektiv, randomisiert, multizentrisch den Nutzen einer OP bei Lobärhämatomen untersucht. Bis zur abschließenden Klärung ist die Indikation zur OP im Einzelfall zu entscheiden, wenngleich raumfordernde Lobärhämatome in Abhängigkeit von Vorgeschichte, Allgemeinzustand des Patienten vor der Erkrankung, Begleiterkrankungen sowie dem aktuellen klinischen Befund des Patienten oft eine OP-Indikation begründen. Im Gegensatz zu den Blutungen im Bereich des Großhirns profitieren Patienten bei intracerebellären Blutungen von einer OP erheblich, solange keine Zeichen einer fortgeschrittenen Hirnstammkompression (Bewusstlosigkeit, Erweiterung der Pupillen, Störung der Atmung) vorliegen. In jedem Fall bedürfen die Patienten einer langen Rehabilitation, wobei die Wahrscheinlichkeit bleibender Funktionsstörungen hoch ist.