Ergotherapie

Das ergotherapeutische Ziel in der Frühphase besteht vor allem im Wiedererlangen der größtmöglichen Selbständigkeit bezüglich der Selbstversorgung und der Fortbewegung.

Bei den zunächst meist immobilen und bewusstseinsbeeinträchtigen Patienten werden Maßnahmen zur Förderung der Körpereigenwahrnehmung (nach Affolter, Basale Stimulation, Snoezelen) durchgeführt. Durch das therapeutische Führen von Handlungssequenzen wird darüber hinaus das Verständnis für  Alltagssituationen und die Interaktion mit der Umwelt angebahnt. 

In Kooperation mit der Logopädie werden Patienten mit Schluckstörungen (nach F.O.T.T.) behandelt. Neben dem Erarbeiten einer möglichst optimalen Haltung und Positionierung als Voraussetzung für regelrechtes Schlucken, bestehen die Ziele im Verbessern der Schluckleistungen, ggf. im Entwöhnen von der Trachealkanüle und nach Möglichkeit im individuellen Kostaufbau.  

Ein weiterer Schwerpunkt besteht in der frühen Vertikalisierung in den Sitz, Stand und Gang zur Förderung der Wachheit und zur Steigerung der physischen Belastbarkeit. Hierbei sind in der Regel zwei Therapeuten erforderlich. Weitere sensomotorische Ziele liegen in der Anbahnung bzw. Verbesserung von Grob-/Feinmotorik und der Sensibilität, außerdem werden das Gleichgewicht und die Bewegungskoordination gefördert (nach Bobath und Perfetti).

Die wiedererworbenen motorischen und kognitiven Fähigkeiten werden dann in  einem individuellen Anzieh-, Wasch- und  Esstraining in den Alltag integriert. Die Patienten haben darüber hinaus die Möglichkeit, ihre Handlungskompetenz im Rahmen von hauswirtschaftlichen Tätigkeiten (Kochen, Backen), handwerklichen Arbeiten (Peddigrohr) und funktionellen Spielen weiter zu verbessern.

Das selbständige Handeln kann durch den Einsatz  von Hilfsmitteln (z. B. Rollstuhl, Rollator Einhänderhilfsmittel etc.) unterstützt werden.