Bewusstsein und Wahrnehmung

Akute, schwere Gehirnschädigungen können mit gravierenden Störungen des Bewusstseins einhergehen, die mit einer Schädigung beider Hemisphären, Läsionen des Hirnstamms oder des Thalamus in Zusammenhang stehen.

Die Kernkomponenten des Bewusstseins lassen sich über den Grad der Bewusstheit (Wachheit) und den Inhalt der erlebten Bewusstheit unterteilen.

Nach einem Koma lassen sich verschiedene, nicht sicher prognostizierbare Krankheitsverläufe unterscheiden.

  1. Patienten im vegetativen Syndrom (Wachkoma) öffnen ihre Augen, verfügen über eine stabile Atmung, einen Schlafwachrhythmus, vegetative Reaktions- und Antwortmuster, reflexartige Bewegungen ohne Verfolgung bewusster Intentionen.
  1. Patienten im „minimal conscious state“ (MCS) zeigen eine Fluktuation von Wachheit, kurze wechselhafte Momente einer Kontaktfähigkeit, erstes Antwortverhalten auf Ja-Nein-Fragen und intermittierend einfache Objekthandlungen. 
  1. Patienten im Locked-in Zustand (LIS) verfügen über eine Wachheit und Bewusstheit sowie über kognitive Basisfunktionen. Sie können am ehesten über vertikale Augenbewegungen und Augenzwinkern mit ihrer Umwelt kommunizieren, in dem ein einfacher Ja-Nein Code erarbeitet wird. Einige Patienten können auf Dauer von einer elektronisch gestützten Kommunikation profitieren.