Kognition, Emotion und Verhalten

Unmittelbar nach schweren Gehirnverletzungen sind multiple neuronale Netzwerke, die eine Integration von sensomotorischen und kognitiven Funktionen, Emotionen und eine Steuerung des Verhaltens ermöglichen, in der Regel beeinträchtigt. Mit Wiedererlangen eines Gegenwartsbewusstseins zeigen die Patienten eine Vielzahl von schweren kognitiven Beeinträchtigungen (z. B. Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Selbstwahrnehmung), neuropsychiatrischen Störungen bis hin zu organischen Psychosen.

Dabei erleben die anfänglich desorientierten Patienten eine Phase, in der sie sich in der Wahrnehmung ihrer eigenen Person stark verunsichert fühlen, ihre Erkrankung sowie die aktuellen Geschehnisse eines Tages nicht wirklich verstehen können. Die Patienten zeigen große Schwierigkeiten, sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden und sich den ihnen eigentlich vertrauten Anforderungen und Abläufen des täglichen Lebens zu stellen.

Insbesondere die Integration von neuropsychologischen und musiktherapeutischen Interventionen unterstützt die frühe funktionelle Reorganisation von kognitiven Basisfunktionen, den Aufbau einer emotional tragenden therapeutischen Beziehung  und eine erste Bewältigung des Krankheitsgeschehens, auch vor dem Hintergrund nicht selten erlebter emotionaler Überflutungserlebnisse der Patienten.