Medikamente und Nebenwirkungen

Mit welchen Medikamenten kann ich das Asthma behandeln? Gibt es auch unangenehme Wirkungen?

Das Asthma bei KIndern und Jugendlichen kann man mit Inhalationen und/oder Tabletten behandeln. In der Regel wird man zuerst ein Medikament zum Inhalieren benutzen.

Dieses kann mit Hilfe eines Inhalationsgerätes oder eines Dosieraerosols inhaliert werden. Wirksame Substanzen sind inhalierbare Kortisonpräparate (Budiair, Pulmicort, Flutide, .....).

Als Tablette gibt es das Singulair, welches man entweder allein oder in Kombination mit einem Kortisonpräparat einsetzt.

Neuerdings gibt es für Kinder ab 6 Jahren die Möglichkeit bei einem schweren Asthma, welches durch eine ganzjährige Allergie (mit-)verursacht wird, eine Therapie mit Anti-IgE (Xolair(R)) durchzuführen.

Welches Medikament du gebrauchst kannst du am besten mit deinem (Kinder-)Arzt oder mit uns besprechen.

  • Diese Art von Medikamenten nennt man "Controler", weil sie den Entzündungszustand des Asthmas kontrollieren: In der Regel sind die Nebenwirkungen, wenn man sich an die Empfehlungen vom Arzt hält, sehr sehr selten. Bei inhalierbaren Kortisonpräparten sind im wesentlichen drei bis vier Nebenwirkungen von Bedeutung:
    • Die Stimme kann heiser werden. Dieses verschwindet aber nach Absetzen der Kortisoninhalation rasch.
    • Eine Hefepilzinfektion im Mund (Soor, Candida) kommt häufiger vor. Dieses kann man dadurch verhindern, dass der Mund nach der Inalation gut ausgespült wird, oder die Zähne geputzt werden.
    • Manche Forscher meinen, dass man möglicherweise als Erwachsener 1 - 2 Zentimeter kleiner wird als man es ohne Inhalation von Kortison geworden wäre. Andere Forscher meinen jedoch keinen großen Unterschied festzustellen.
    • Nach Untersuchungen, die im Jahr 2008 veröffentlich wurden, scheint die Knochendichte sehr leicht abzunehmen. Hier betrifft es aber nur Jungen die kurz vor der Pubertät stehen. Ob dieses überhaupt von Bedeutung ist wird sich noch zeigen müssen. Die Alternative, nämlich das Kortison zu schlucken, hat auf jedenfall ERHEBLICH mehr und schlimmere Nebenwirkungen.
    • Neben dem Schutz der Lunge vor Reizstoffen ist es häufig auch nötig, die verengten Atemwege wieder weit zu machen. Die Verkrampfung der Atemwege kann mit Medikamenten gelöst werden. Zu diesen Medikamenten gehören die ß2-Mimetika wie das Salbutamol (Sultanol, Bronchoinhalat, Apsomol,....), das Theophyllin (Bronchoretard, Uniphyllin, Solusin,...) und auch das Ipatropiumbromid (Atrovent). Das Theophyllin kann man nur  in Form von Tabletten oder Kapseln einnehmen. Sie werden auch "Reliever" (auf Deutsch: "(Er-)lösende Substanzen") genannt, weil sie den Krampf der Atemwegsmuskulatur lösen, und den Patienten wieder frei atmen lassen. Wenn man NUR mit den "Relievern" inhaliert kann das Asthma langsam so schlimm werden, dass es zu schwersten Luftnotanfällen kommen kann.

DAHER:Wenn Du häufig (mehr als 2- 3x/Woche) mit diesen Substanzen inhalieren musst, ist der zusätzliche Einsatz eines "Controler"-Medikamentes UNBEDINGT erforderlich!!

Nebenwirkungen sind besonders vom Salbutamol und Theophyllin bekannt, sie sind in der Regel eher lästig als gefährlich. Die Erwachsene kennen die Nebenwirkungen: sie ähneln den Zeichen die sie haben, wenn sie eine Tasse Kaffee oder starken Tee ("The"-ophyllin) zu viel getrunken haben:

  • Man wird "rappelig" oder nervös, die Hände zittern etwas. Das ist beim Schreiben manchmal ganz schön lästig.
  • Manche Leute können schlecht einschlafen.
  • Machmal schägt das Herz recht schnell, und man muss häufiger Pipi machen.
  • Der zähe Schleim kann mit Schleimlösern wie dem ACC flüssiger gemacht werden, so dass er besser abgehustet werden kann.Nebenwirkungen sind auch hier selten: Es können Pupser auftreten, die nach faulen Eiern riechen. Der Stuhlgang ist manchmal etwas dünner, da das ACC auch den Schleim im Stuhlgang flüssiger macht.