Traumatische Wirbelsäulenverletzungen

Eine Wirbelsäulenverletzung ist eine Schädigung der Wirbelsäule, die sowohl knöcherne als auch muskulöse oder bindegewebige Strukturen betreffen kann. Sie entsteht meist durch Unfälle mit starker Gewalteinwirkung, zum Beispiel im Straßenverkehr oder bei risikoreichen Sportarten. Aber auch Stürze aus großer Höhe und banale Unfälle (z. B. Stürze durch Stolpern) verursachen häufig eine Wirbelsäulenverletzung im Bereich der Halswirbel.

Deutliche Hinweise auf eine Wirbelsäulenverletzung sind plötzliche Rückenschmerzen, die je nach beteiligten Strukturen zusammen mit anderen Beschwerden wie Bewegungsunfähigkeit oder Sensibilitätsstörungen auftreten.

Die Folgen einer Wirbelsäulenverletzung reichen von einer eher harmlosen Verletzung der Muskulatur bis hin zu Brüchen (Frakturen) der Wirbelkörper, bei denen sich manchmal Bruchstücke verschieben und das Rückenmark oder Nervenwurzeln beteiligt sind.

Diagnose der Wirbelsäulenverletzung

Die endgültige und genaue Diagnose der Wirbelsäulenverletzung erfolgt durch Röntgenaufnahmen der gesamten Wirbelsäule in zwei Ebenen sowie durch eine Computertomographie (CT) der vermeintlich betroffenen Stelle. Später können zusätzlich Aufnahmen mithilfe einer Magnetresonanztomographie (MRT) sowie ausführliche neurologische Untersuchungen folgen.


CT-Bild bei Densfraktur Typ II
sowie traumatischer Spondylolisthese HWK 4/5.


CT-Bild bei traumatischer HWK 6-Fraktur.


CT-Bild bei traumatischer BWK 8-Fraktur.

Therapie der Wirbelsäulenverletzung

Bei einer Wirbelsäulenverletzung hängt die Therapie von der vorliegenden Verletzungsart ab. Bei leichteren Weichteilverletzungen oder bei der Stauchung eines Wirbelkörpers ist keine operative Behandlung nötig. Hier beschränkt sich das Vorgehen darauf, die Rückenpartie durch Ruhigstellung sowie physikalische Maßnahmen mit Wärme- oder Kälteanwendungen zu schonen. Auch stabile Brüche lassen sich konservativ behandeln.

Operation

Ist die Wirbelsäulenverletzung mit einem Bruch eines oder mehrerer Wirbel mit verschobenen Bruchkanten verbunden, erfolgt zur Therapie eine stabilisierende Operation. Ansonsten könnten sich die Bruchstücke in den Rückenmarkskanal verschieben und dabei im ungünstigsten Fall das Rückenmark vollständig durchtrennen. Daher zielt die Operation darauf ab, die Wirbel so schnell wie möglich zu fixieren, um eine Verschiebung der Bruchstücke zu verhindern. Zur Stabilisierung kommen Schrauben, Nägel, Drähte oder Metallplatten zum Einsatz.

Eine Operation ist bei einer Wirbelsäulenverletzung insbesondere dann zur Behandlung nötig, wenn neurologische Störungen auftreten.

Bei Wirbelsäulenverletzungen wenden wir entsprechend der Verletzungskonfiguration alle modernen stabilisierenden konservativen und operativen Behandlungsverfahren an. Falls möglich, kommen zudem minimal-invasive Verfahren (Perkutane Fixateur) zur Anwendung. Im Falle komplexerer Verletzungen wird die Operation durch eine intraoperative 3D-Navigation (Brain Lab) unterstützt.


Komplexe Versorgung mit ventraler
Densverschraubung sowie
Plattenosteosynthese HWK 4/5.
Zudem dorsale C1-C2 Schrauben-Stab-Osteosynthese.


Komplexe Versorgung mit Körperektomie
HWK 6+7 mit Anlage Wirbelkörper-Ersatz
sowie Verplattung HWK 5-BWK 1.


Dorsale Schrauben-Stab-Osteosynthese
BWK 6-10.

Versorgung einer instabilen LWK 1-Fraktur mit Einengung des Spinalkanals durch eine Dekompression mit perkutaner/minimalinvasiver Spondylodese:


praeoperativ


praeoperativ


postoperativ


postoperativ


postoperativ