Meningeom

Meningeom (= in der Regel gutartiger, von der Hirnhaut ausgehender Tumo )

Meningeome machen intrakraniell (= im Schädelinneren) etwa 20 % der Geschwülste aus, bei den spinalen intraduralen, juxtamedullären Tumoren (= innerhalb der Rückenmarkshaut, neben dem Rückenmark selbst) ca. 40 %. Diese sind zumeist gutartig (WHO Grad I), können wegen ihrer Lokalisation, Größe oder Beziehung zu benachbarten anatomischen Strukturen, vor allem im Bereich der Schädelbasis, aber chirurgisch sehr anspruchsvoll sein. Wegen des langsamen Wachstums können Meningeome oft für lange Zeit unbemerkt bleiben, deshalb werden diese nicht selten „durch Zufall“ entdeckt.

Ziel einer Operation ist zumeist die vollständige Entfernung des Tumors, wobei nicht immer Radikalität herbeigeführt werden kann. Häufig ist ein Ersetzen der harten Hirnhaut (= „Duraplastik“) erforderlich, bei Durchwachsen von Teilen des Schädelknoches auch ein Ersetzen der vom Tumor zerstörten Anteile  = „Kranioplastik“). Eine solche Kranioplastik kann bei kleineren Defekten mit einem Knochenersatzmaterial während der OP geformt werden, bei größeren und vor allem geometrisch komplexen Defekten verwenden wir heute mittels CAD/CAMTechnik (Computer Aided Design/Computer Aided Manufactoring) vorgeformte Implantate, die eine kosmetisch und funktionell perfekte Rekonstruktion ermöglichen. Ob eine OP angezeigt ist, hängt neben Alter und Allgemeinzustand auch von der Größe und Lage des Tumors ab, vor allem aber auch vom Vorhandensein oder Fehlen klinischer Symptome. Insofern kann in Einzelfällen auch Abwarten („Wait and Scan“) bei regelmäßigen Schichtbildkontrollen (in der Regel der Fälle mittels MRT) sinnvoll sein.

 

Meningeom im Bereich der hinteren Schädelgrube mit Kompression des Hirnstamms.

 


Meningeom im Bereich der hinteren Schädelgrube nach vollständiger Tumorentfernung..

 

CAD / CAM Implantat in situ, postoperative CT Kontrolle. Festlegung der Resektionsgrenzen präoperativ