Spinale Tumoren

Spinale Tumoren (= Tumoren im Bereich des Wirbelkanals)

Spinale Tumoren sind bei einer Inzidenz von 1-2 auf 100.000 Einwohner selten. Dennoch finden wir eine Vielzahl verschiedener Entitäten, die betreffs biologischen und klinischen Verhaltens sehr unterschiedlich zu bewerten sind. Allgemein unterscheiden wir

  • Epidurale Tumoren (= außerhalb der Rückenmarkshaut ), ca. 45% der Fälle
  • Intradurale, juxtamedulläre Tumoren (= innerhalb der Rückenmarkshaut, aber außerhalb des Rückenmarks), ca. 40% der Fälle
  • Intradurale, intramedulläre Tumoren (= innerhalb der Rückenmarkshaut und innerhalb des Rückenmarks selbst), ca. 15% der Fälle

Das wichtigste Leitsymptom ist der Schmerz, teils beschränkt auf den Rücken, teils auch mit Ausstrahlung. Wegen der Häufigkeit des Symptoms in der heutigen Zeit und der Seltenheit der Erkrankungen, sind späte Diagnosen erst nach dem Auftreten neurologischer Ausfälle bis hin zu einer Querschnittslähmung möglich.

Die Entscheidung über die beste Therapie ist sehr von der Artdiagnose sowie der Ausdehnung abhängig, daher kann es bei der Vielzahl unterschiedlicher Tumoren kein allgemeingültiges Behandlungskonzept geben. So werden juxtamedulläre Meningeome oder Neurinome meist einer Operation bedürfen, auch die intramedullären Ependymome oder Hämangioblastome sind meist bei limitiertem Risiko einer OP zugänglich. Epidurale Metastasen mit Destruktion eines Wirbelkörpers können einer sehr invasiven OP in Form von Tumorentfernung, Wirbelkörperentfernung und – rekonstruktion sowie einer entsprechenden Stabilisierung bedürfen. Auf der anderen Seite kann bei multiplen Metastasen und fehlender neurologischer Symptomatik bei bekanntem Primarius eine Strahlentherapie zu bevorzugen sein.

Bei allen Tumoren können wir heute bei gewissenhafter Indikationsstellung und OP-Technik sowie einer ggf. erforderlichen Rehabilitation gute Ergebnisse erreichen, sowohl bei kurativen als auch bei palliativen Behandlungskonzepten.

 
Spinales Meningeom, links sieht man den Befund nach Eröffnung der Dura mater spinalis ( = Rückenmarkshaut ) mit Darstellung des Tumors ( Pfeil ) sowie dem komprimierten und verlagerten Rückenmark, rechts den Zustand nach Entfernung des Tumors.

Spinales Hämangioblastom präoperativ, das Bild zeigt den hell dargestellten, intensiv Kontrastmittel anreichernden Tumor.

 

Postoperative Kontrolle desselben Patienten nach erfolgreicher Entfernung des Hämangioblastoms, kein Kontrastmittel anreicherndes Gewebe mehr nachweisbar, Entfaltung des zuvor komprimierten Rückenmarks.

 

 

 

 

Spinales Neurinom. Massive Kompression des Myelon durch den intra-/extradural sowie intra-/extraspinal wachsenden Tumor (links), Entfaltung des Rückenmarks nach erfolgreicher Tumorentfernung (rechts).