Klinik für Kinder- & Jugendmedizin
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Fragen zum Thema Allergie & Asthma

 

Was ist Asthma?

Asthma ist in erster Linie eine Entzündung der Luftwege.

Die Luftwege bestehen aus Luftröhre und den Bronchien. Wenn die Luftwege entzündet sind, kann es zu einer asthmatischen Reaktion kommen. Bei einer Entzündung der Bronchen ist die Haut der Bronchen (man nennt sie auch Schleimhaut, weil sie Schleim/Spucke produziert) rot und wund. Sicher hast Du so etwas mal z. B. nach einer Durchfallerkrankung am Po gehabt. Es ist dann besonders schmerzhaft, wenn man darüber reibt oder wenn scharfe Sachen auf die kaputte Haut kommen.
Man hat dann das Gefühl als ob jemand etwas Brennendes auf die Haut gebracht hat. Weil die Schleimhaut rot wie Feuer ist und man ein brennendes Gefühl hat, spricht man von Ent"zündung".
Die Atemwege wissen sich bei einer Entzündung nicht anders zu helfen als viel und häufig sehr zähen Schleim zu produzieren und sich zu verengen. Das kennst du vielleicht von einer normalen Erkältung.
Bei einem Asthmakranken ist die Schleimhaut chronisch wund. Daher reagiert sie schon auf kleine und unbedeutende Reize besonders heftig. Der Arzt nennt das dann eine "bronchiale Hyper-Reagibilität", also eine Überempfindlichkeit der Bronchien.So kann man bei einem Asthmaanfall den Schleim nicht gut abhusten.
Zusätzlich werden die Atemwege sehr eng: Wo vorher ein grosses Atemrohr war, ist es jetzt so eng wie ein Stohhalm geworden. Dann kannst du nicht so gut mehr Luft holen/insbesondere ausatmen, du "pfeifst" oder "piepst". Die Verengung der Atemwege wird durch eine Verkrampfung der Muskeln verursacht, die sich um die Bronchen herumschlingen. Häufig schwillt dann auch noch die Schleimhaut an und macht das Atemrohr noch enger.

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Warum habe ich Asthma/Heuschnupfen

Diese Frage kann man nicht immer beantworten. Viele Faktoren spielen eine Rolle beim Entstehen eines Heuschnupfen und/oder Asthmas.

1) Die Veranlagung:
Ob ein Mensch einen Heuschnupfen oder Asthma bekommt hängt unter anderem davon ab, ob in der Familie (Mutter, Vater, Geschwister, Großeltern, Onkel & Tanten) solche Enkrankungen gehäuft vorkommen.

2) Meistens liegt bei Kindern und Jugendlichen eine Allergie vor:
Hier reagiert der Körper überempfindlich auf bestimmte Stoffe wie Pollen, Hausstaubmilbenkot, Schimmelpilzsporen, Nahrungsmittel (Milch, Hühnerei, Nüsse.....) und Tierhaare (Pferd, Katze, Mäuse, Meerschweinchen,...). So richtig weiss man noch nicht, wie das abläuft, es scheinen aber bestimmte weisse Blutkörperchen (unter anderen  Eosinophile Leukozyten, T-Helfer-Zellen, Mastzellen) und Abwehrstoffe (Immunglobuline Typ E) eine grosse Rolle zu spielen. Wenn du genaueres darüber wissen willst, kannst du uns gerne fragen.

3) Zusätzlich kann es auch unabhängig von einer Allergie zu einer asthmatischen Reaktion kommen, wenn Reizstoffe eingeatmet werden. Bei jedem Menschen führen sie in einer größeren Menge zu einer Asthmareaktion .
Die überempfindliche Schleimhaut reagiert aber schon auf geringe Mengen davon. Hierzu zählt insbesondere und vor allem das RAUCHEN: Auch wenn nur in der Nähe eines asthmakranken Menschen geraucht wird, und der Qualm nur in geringen Mengen eingeatmet wird, kann es einen Atemnotanfall beim Asthmatiker geben.
Weitere Stoffe sind Staub, Wasserdampf und Dämpfe von Lösungsmitteln.
Manchmal reicht sogar das ungeschützte Einatmen von kalter Luft aus.
Wenn man beim Rennen/Sport/Radfahren anfängt zu Pfeifen oder Atemnot auftritt, liegt das häufig daran, dass die kalte Aussenluft nicht unzureichend im Nasen-Rachen-Raum angefeuchtet und angewärmt wird, bevor sie in die Atemwege/Bronchen der Lunge gelangt. Manche Leute nennen die Astmareaktion dann "Anstrengungsasthma".

4) Manchmal hat man eine Zeit lang eine Art Asthma nach einer schweren Lungenerkrankung, wie z. B. nach einer Lungenentzündung, ohne dass eine Allergie vorliegt. Das liegt daran, dass die Schleimhaut der Bronchen noch lange nach der akuten Entzündung noch sehr empfindlich/überempfindlich auf alle möglichen Reize reagiert. In der Regel verschwindet das aber nach einer Weile. Manchmal muss jedoch eine Behandlung durchgeführt werden.

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Warum muss ich immer inhalieren?

Die überempfindliche Lunge muss man vor möglichen Reizstoffen schützen. Auf eine wunde Haut wird zum Schutz eine Salbe aufgetragen. Eine Salbe kann man leider nicht in die Atewmwege einbringen. Da die Reizstoffe mehr oder weniger ständig eingeatmet werden, muss die Lunge regelmässig erneut geschützt werden, so wie eine Salbe regelmässig aufgetragen werden muss. Ähnlich kann man mit der Inhalation von bestimmten Medikamenten die Lunge weniger empfindlich und robuster machen.

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Mit welchen Medikamenten kann ich das Asthma behandeln? Gibt es auch unangenehme Wirkungen?

Das Asthma bei KIndern und Jugendlichen kann man mit Inhalationen und/oder Tabletten behandeln. In der Regel wird man zuerst ein Medikament zum Inhalieren benutzen.

Dieses kann mit Hilfe eines Inhalationsgerätes oder eines Dosieraerosols inhaliert werden. Wirksame Substanzen sind inhalierbare Kortisonpräparate (Budiair, Pulmicort, Flutide, .....).

 Als Tablette gibt es das Singulair, welches man entweder allein oder in Kombination mit einem Kortisonpräparat einsetzt.

Neuerdings gibt es für Jugendliche und Erwachsene (wahrscheinlich ab 2009 auch für Kinder ab 6 Jahren) die Möglichkeit bei einem schweren allergisch bedingten Asthma eine Therapie mit Anti-IgE (Xolair(R)) durchzuführen. Dadurch sollen Allergieantikörper (IgE) abgefangen und vernichtet werden. Da diese Therapie sehr teuer ist sollte sie nur in entsprechend spezialisierten Zentren/Praxen durchgeführt werden.

Welches Medikament du gebrauchst kannst du am besten mit deinem (Kinder-)Arzt oder mit uns besprechen.


1) Diese Art von Medikamenten nennt man "Controler", weil sie den Entzündungszustand des Asthmas kontrollieren:

In der Regel sind die Nebenwirkungen, wenn man sich an die Empfehlungen vom Arzt hält, sehr sehr selten.

Bei inhalierbaren Kortisonpräparaten sind im wesentlichen drei bis vier Nebenwirkungen von Bedeutung:
a) Die Stimme kann heiser werden. Dieses verschwindet aber nach Absetzen der Kortisoninhalation rasch.

b) Eine Hefepilzinfektion im Mund (Soor, Candida) kommt häufiger vor. Dieses kann man dadurch verhindern, dass der Mund nach der Inalation gut ausgespült wird, oder die Zähne geputzt werden.

c) Manche Forscher meinen, dass man möglicherweise als Erwachsener 1 - 2 Zentimeter kleiner wird als man es ohne Inhalation von Kortison geworden wäre. Andere Forscher meinen jedoch keinen großen Unterschied festzustellen.

d) Nach Untersuchungen, die im Jahr 2008 veröffentlich wurden, scheint die Knochendichte sehr leicht abzunehmen. Hier betrifft es aber nur Jungen die kurz vor der Pubertät stehen. Ob dieses überhaupt von Bedeutung ist wird sich noch zeigen müssen. Die Alternative, nämlich das Kortison zu schlucken, hat auf jedenfall ERHEBLICH mehr und schlimmere Nebenwirkungen.

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2) Neben dem Schutz der Lunge vor Reizstoffen ist es häufig auch nötig, die verengten Atemwege wieder weit zu machen. Die Verkrampfung der Atemwege kann mit Medikamenten gelöst werden. Zu diesen Medikamenten gehören die ß2-Mimetika wie das Salbutamol (Sultanol, Bronchoinhalat, Apsomol,....), das Theophyllin (Bronchoretard, Uniphyllin, Solusin,...) und auch das Ipatropiumbromid (Atrovent).
Das Theophyllin kann man nur  in Form von Tabletten oder Kapseln einnehmen.
Sie werden auch "Reliever" (auf Deutsch: "(Er-)lösende Substanzen") genannt, weil sie den Krampf der Atemwegsmuskulatur lösen, und den Patienten wieder frei atmen lassen. Wenn man NUR mit den "Relievern" inhaliert kann das Asthma langsam so schlimm werden, dass es zu schwersten Luftnotanfällen kommen kann.

DAHER: wenn Du häufig (mehr als 2 - 3x/Woche) mit diesen Substanzen inhalieren musst, ist der zusätzliche Einsatz eines
"Controler"-Medikamentes UNBEDINGT erforderlich!!



     
Nebenwirkungen

sind besonders vom Salbutamol und Theophyllin bekannt, sie sind in der Regel eher lästig als gefährlich. Die Erwachsene kennen die Nebenwirkungen: sie ähneln den Zeichen die sie haben, wenn sie eine Tasse Kaffee oder starken Tee ("The"-ophyllin) zu viel getrunken haben:
- Man wird "rappelig" oder nervös, die Hände zittern etwas. Das ist beim Schreiben manchmal ganz schön lästig.
- Manche Leute können schlecht einschlafen.
- Machmal schägt das Herz recht schnell, und man muss häufiger Pipi machen.

3) Der zähe Schleim kann mit Schleimlösern wie dem ACC flüssiger gemacht werden, so dass er besser abgehustet werden kann.

Nebenwirkungen
sind auch hier selten: Es können Pupser auftreten, die nach faulen Eiern riechen. Der Stuhlgang ist manchmal etwas dünner, da das ACC auch den Schleim im Stuhlgang flüssiger macht.

Was ist eine #Hyposensibilisierung/Allergiespritze Eine Hyposensibilisierung soll den Körper gegenüber den Allergieauslösern weniger ("Hypo-") empfindlich ("-sensibel") machen. Dieses wird dadurch erreicht, dass man die Allergieauslöser, also Pollen, Tierhaare u. s. w. in ganz kleinen Mengen unter die Haut spritzt. Die Menge wird langsam, meist im Abstand von einer Woche, bis zu einer gewissen Enddosis gesteigert. Ist die Enddosis erreicht, wird man den Abstand zwischen den Spritzen verlängern. Meistens muss man dann einmal alle 4 - 6 Wochen zum Arzt. gehen. Die Hyposensibilisierung wird in der Regel drei Jahre lang durchgeführt. Nebenwirkungen können auftreten, sind meistens aber nicht schlimm (ein juckender, etwas dicker Arm, wie nach einem Mückenstich).
Da man immer mit Nebenwirkungen (Heuschnupfen oder sogar Asthma bis hin zum (sehr sehr seltenen) Allergieschock) rechnen muss, ist es unbedingt erforderlich, dass du noch mindestens 20 - 30 Minuten überwacht wirst. So lange bleibst du noch in der unmittelbaren Nähe des Arztes.

 

Darf ich Sport machen?

www.clissoldswimmingclub.org.uk/ mastersNatürlich! Sport ist sogar sehr gut, wenn es darum geht den Körper und insbesondere die Lunge fit zu halten. Insbesondere das Schwimmen wird dir sehr gut tun. Du merkst vielleicht, dass du beim Sport schneller mal pfeifen oder husten musst. Das nennt man  "Anstrengungsasthma". Wenn es häufiger als zwei Mal in der Woche auftritt, kann das ein Zeichen sein, dass dein Asthma nicht gut behandelt ist. Frag dann deinen Kinderarzt oder uns was du dagegen machen kannst. Eine einfache Möglichkeit ist es zum Beispiel, ein bis zwei Hübe von einem Dosieraerosol  (Reliever-Medikament) vor dem Sport zu inhalieren (z. B. Salbutamol, SalbuHexal, Ventilastin, Bronchospray, ...). Auch solltest du nicht sofort "volle Kanne" losrennen, sondern dich erst einmal aufwärmen.

Oben wurde gesagt, dass insbesondere das Schwimmen sehr gut ist. Warum?
Beim Schwimmen gibt es so gut wie nie Anstrengungsasthma. Außerdem werden beim Schwimmen alle Muskeln trainiert.

Letztendlich ist es jedoch egal, welchen Sport du treibst, Hauptsache ist, dass du Sport machst! Am besten geht das in einem Verein. Schau mal in deinem Heimatort nach, was dort angeboten wird. Du wirst sicher etwas finden, was dir gefällt. Frag einfach nach.

Wann geht mein Asthma weg?

Diese Frage lässt sich nur sehr schwer beantworten, da das "Verschwinden" vom Asthma von sehr vielen Faktoren abhängig ist.

Allgemein gilt leider: einmal Astma, immer Asthma. ABER man kann viel machen, dass es kein schlimmes Asthma wird.
Die allererste Regel ist: Halte dich an die Therapie, die dein Kinderarzt oder wir verordnet haben.
Zweitens:Fange NICHT an zu RAUCHEN!

Häufig wird in der Pubertät das Asthma besser (bei zirka jedem dritten Kind).

Dieses gilt insbesondere für Kinder,

  • die noch nicht lange Asthmatiker sind,

  • die nicht selbst rauchen

  • die nur ein leichtes Asthma haben,

  • bei denen nur wenige Allergien vorliegen

  • wo zu Hause nicht geraucht wird.

Leider weiss man inzwischen, dass das Asthma im Alter von etwa 30 Jahren häufig wiederkommt. Auch hier trifft es die Raucher viel heftiger.