Strahlentherapie

Seit jeher war es ein Anliegen der Strahlentherapie im Clemenshospital, den Patienten nicht nur nach dem neuesten technischen Standard, sondern auch menschlich umfassend zu betreuen. Der Patient ist mit seiner Krankheit und seinen Problemen Mittelpunkt der medizinisch-technischen Arbeit und der persönlichen Zuwendung durch Ärzte und MTR`s. Neben der ambulanten Durchführung der Behandlung ist jederzeit die stationäre Aufnahme auf die eigene Bettenstation möglich, wo geschultes Pflegepersonal auf die speziellen Bedürfnisse strahlentherapeutischer Patienten eingeht. Bei Problemen im psychosozialen Bereich oder Fragen mit seelsorgerisch-theologischen Dimensionen stehen darüber hinaus eine Dipl.- Psychologin sowie die Klinikenseelsorge zur Verfügung.

Die im folgenden beschriebenen technischen Aspekte sollen daher nicht die Technik als Selbstzweck, sondern als integralen Bestandteil der individuellen Behandlung beleuchten.

Für die Bestrahlung der Patienten gilt es, eine ausreichende Strahlendosis im Tumor bei weitgehender Schonung des gesunden Gewebes zu applizieren. Diese Regel umzusetzen, bedarf es eines beachtlichen medizinischen-physikalischen und organisatorischen Aufwandes.

Zur Basis der Therapie gehört eine adäquate gerätetechnische Ausstattung, die sowohl Schnittbildverfahren, Bestrahlungsplanung und die Bestrahlung selbst umfasst. Als Bestrahlungsgeräte für die Teletherapie stehen dem Clemenshospital ein traditionelles Kobalt-60-Teletherapiegerät und ein Linearbeschleuniger zur Verfügung, für die Brachytherapie ein automatisches Afterloadinggerät.

Der Linearbeschleuniger liefert zwei Photonen- und sechs Elektronenenergien, wobei die Felder, angepasst an die jeweiligen Patienten, unregelmäßig geformt werden. Es lasen sich moderne Bestrahlungstechniken durch Kombination von asymmetrischen Blenden, stufenlos wählbaren Keilfiltern und Gantryrotation realisieren. Damit ist der Stand erreicht worden, der erst in einigen Jahren zum Standard der allgemeinen Strahlentherapie gehören wird.

Im Rahmen eines Qualitätssicherungsprogramms werden die Bestrahlungsfelder von einem Portal-Imaging-System, einer Art Durchleuchtung, während der Exposition kontrolliert. Die mechanische Genauigkeit des Bestrahlungsgerätes, individuelle Lagerungshilfen und Kontrollen der Bestrahlungsfelder garantieren eine präzise Applikation der Bestrahlung. Zur Vorbereitung der Bestrahlung werden die Strahlengänge am Therapiesimulator nachgebildet und dokumentiert. Der im Clemenshospital installierte Simulator verfügt über dieselben mechanischen Möglichkeiten, einschließlich asymmetrischer Blenden, wie der Linearbeschleuniger und das Kobalt-60-Teletherapiegerät. Der Linearbeschleuniger und der Simulator sind über eine Datenleitung miteinander verbunden, so dass die vorgegebenen Patientendaten unmittelbar übernommen werden können. Die geometrischen Parameter werden nach Aufruf des Patientennamens z. T. automatisch am Bestrahlungsgerät eingestellt. Eine weitere Datenverbindung besteht zwischen dem Spiral-Computertomographen und dem 3-D-Planungsrechner. Dadurch ist eine schnelle und sichere Übertragung großer Bildmengen gesichert.

Die räumliche Nähe von Spiral-Computertomograph, Simulation und Bestrahlungstherapie ermöglicht eine rasche medizinische und physikalische Therapieplanung und Umsetzung für den Patienten.

 

Die Rechnerplanung obliegt dem Bereich klinische Strahlenphysik, der zusätzlich die Qualitätskontrolle an den Bestrahlungsgeräten, die Herstellung von Blöcken für irreguläre Felder und den Strahlenschutz betreut. Zusätzlich werden biophysikalische Bestrahlungsprogramme sowie Konzepte und Geräte zur Qualitätskontrolle entwickelt. Neben der Teletherapie gibt es die Möglichkeit der Brachytherapie, bei der die Strahlenquelle in unmittelbarer Nähe des Tumors platziert wird. Heute geschieht diese in Form des Afterloadings, bei dem sich die Quelle computerunterstützt und ferngesteuert bewegt. Durch Variation der Haltepunkte und Haltezeit wird die Dosisverteilung entsprechend der Tumorgröße moduliert, als Nuklid wird Iridium 192 verwendet. Die geringe Quellengröße erlaubt es, sowohl intracavitäre als auch interstitielle Bestrahlungen durchzuführen.

Bedingt durch die Ergänzung mit dem Linearbeschleuniger ergibt sich eine Erweiterung des Behandlungsspektrums.

 

 

Als Beispiele seien hier genannt:

  1. Die kurative Behandlung des Morbus Hodgkin Hier kann mit dem Linearbeschleuniger in der Großfeldtechnik das erwünschte Zielvolumen bestrahlt werden. Für Patienten bedeutet dieses einerseits eine Verminderung der Gefahr von Feldüberschneidungen (Risikoverminderung von Nebenwirkungen), andererseits eine Verminderung der Rezidivgefahr.
  2. Bestrahlung der Neuroaxis Auch hier der Vorteil des Großfeldes mit weniger Feldanschlüssen, ferner die Möglichkeit, mittels asymmetrischer Blenden im Feldanschluss die Divergenz zu nehmen (Ausblendung im Zentralstrahl).
  3. Da der Beschleuniger die Möglichkeit bietet, zwischen zwei Photonen- und sechs Elektronenenergien zu wählen, ergibt sich hieraus die Möglichkeit einer individuell angepassten Therapie mit einer Optimierung und Homogenisierung der Dosis im Zielvolumen, verbunden mit einer Dosisreduktion in kritischen Nachbarorganen. Als Beispiel sei hier genannt die individuelle, rechnergestützte Behandlungsplanung bei Rektumkarzinomen und Gynäkologischen Tumoren mit Berücksichtigung der individuellen Körperkonturen und Durchmesser. Ferner die Möglichkeit einer Homogenisierung durch Kombination von Kobalt-60-Gammastrahlung und Beschleunigerstrahlung beim Mammakarzinom.
  4. Die unterschiedlichen Elektronenenergien erlauben eine oberflächennahe Bestrahlung, z.B. die Behandlung von Hauttumoren, -metastasen, oberflächlich gelegenen Lymphonen.

Regelmäßige Sprechzeiten der Krebsberatungsstelle

Sie erreichen Claudia Holt-Greiwe, Mitarbeiterin der Krebsberatungsstelle Münster, 14-tägig dienstags von 8.30 bis11.30 Uhr in der Klinik für Strahlentherapie des Clemenshospitals. Bitte melden Sie sich bei Interesse in der Klinik für Strahlentherapie bei Frau Tomm unter Telefon 0251.976-2670 an.
Die Krebsberatungsstelle bietet Ihnen umfassende Beratung, Information und Begleitung an, unter anderem zu Themen wie berufliche Wiedereingliederung, medizinische Rehabilitation oder aber Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung. 
 

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