Zeit ist etwas Kostbares. Immer mehr wird der Alltag von Familie, Beruf, Sport oder Vereinsarbeit bestimmt, so dass kaum noch Zeit übrig bleibt. Dennoch zweigen die Ehrenamtlichen im Clemenshospital von ihrer kostbaren Zeit etwas ab, um sie mit Patienten zu verbringen, für die ein wenig Aufmerksamkeit sehr viel bedeutet.
Oftmals sind es schon die kleinen Dinge, die den Alltag im Krankenhaus erhellen: ein nettes Gespräch, eine kurze Erledigung, Vorlesen aus der Zeitung… Kleinigkeiten, die jedoch vom Pflegepersonal zeitlich nicht immer zu leisten sind. Daher haben der Seelsorger Pfarrer Thomas Groll und die damalige Stationsleiterin Karin Grotenhoff im Jahr 2005 das Projekt „Ehrenamtliche“ ins Leben gerufen. Sieben Münsteraner besuchen seitdem regelmäßig Patienten auf den Stationen und in der Kurzzeitpflege. Michael Teller, Frauke Konietzny und Helga Köster sind schon seit einiger Zeit fester Bestandteil in dem Team. Und sie merken, wie dankbar die Menschen sind, wenn jemand da ist, der ohne Gegenleistung einfach mal zuhört, zu einem Spaziergang ermuntert oder ein wenig aus dem Leben außerhalb des Krankenhauses erzählt.
Doch sieben Ehrenamtliche sind zu wenig, um diese Art der Betreuung auf allen Stationen zu gewährleisten. Daher braucht das Team dringend Verstärkung. Unterstützung ist in vielen Bereichen gerne gesehen. „Wir können jede Hilfe gebrauchen. Sei es im Besuchsdienst, in der Bücherei oder auch bei der Gartenarbeit“, sagt Karin Grotenhoff. Ziel ist es, pro Station einen festen ehrenamtlichen Ansprechpartner zu haben. Eine spezielle Ausbildung wird nicht vorrausgesetzt. So kommen die Helfer auch aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Michael Teller ist pensionierter Jurist und Frauke Konietzny war früher als Lehrerin tätig. „Bei den Arbeitszeiten sind wir sehr flexibel und richten uns nach den Helfern. Wichtig ist nur, dass sie zuverlässig sind“, erklärt Pfarrer Groll. In einem Kennenlerngespräch wird zunächst geschaut, ob beide Seiten zusammenpassen. Dann finden regelmäßige Treffen mit allen Ehrenamtlichen statt, um sich auszutauschen und den Kontakt zu halten. Außerdem finanziert das Haus jedem, der möchte, eine dreimonatige Fortbildung, die im Umgang mit kranken Menschen schult. Dieses Angebot wurde auch bereits von vier ehrenamtlichen Helfern dankbar angenommen.
Und das gemeinsame Projekt der Seelsorge und der Pflege geht noch einen Schritt weiter: Groll und Grotenhoff konnten drei ausgebildete Sterbebegleiter gewinnen, die ebenfalls ehrenamtlich im Clemenshospital tätig sind. Wer eine entsprechende Ausbildung zur Sterbebegleitung vorweisen kann, ist ebenfalls herzlich willkommen.
Wer ehrenamtlich im Clemenshospital tätig werden möchte, kann sich unter Telefon 0251.976-5875 bei Karin Grotenhoff informieren. Unterstützt wird das Projekt vom Freundeskreis Clemenshospital.
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