Erstaunt waren die Zuhörer über die Aussage von Prof. Dr. Peter Baumgart, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I, dass die Todesursache Nummer eins sowohl in Deutschland als auch in Münster mit 57 Prozent Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind. Dabei ist es so einfach, selbst gegen dieses Risiko anzugehen: „Hören Sie auf zu rauchen und bauen Sie aktiv Ihr Übergewicht ab, in dem Sie sich mediterran ernähren und fünf Mal in der Woche 30 Minuten lang Sport treiben“, legte er den Besuchern nahe. „Damit können Sie schon viel erreichen!“ Natürlich gibt es auch Faktoren, die nicht selbst zu beeinflussen sind. Daher ist eine individuelle und umfassende Untersuchung unabdingbar, um für jeden das richtige Behandlungskonzept zu finden.
Dass eine Operation bei Bandscheibenvorfällen nicht immer der richtige Weg ist, erklärte Dr. Bernd Hoffmann, Oberarzt der Neurochirurgischen Klinik. Vielen Patienten kann mit Physiotherapie, orthopädischen Behandlungen oder auch Medikamenten viel besser geholfen werden. „Nur wenn mehrere Nervenwurzelstränge geschädigt sind oder Lähmungen unter der konservativen Therapie zunehmen, muss operiert werden“, sagt der Experte. Aber auch hier gilt: Die Bereitschaft des Patienten, danach etwas für seinen Körper zu tun, ist maßgeblich entscheidend über die Heilung. Regelmäßige Bewegung und Gewichtskontrolle sind auch hier die Schlagworte.
Als Dr. Dietrich Stockhausen, Oberarzt der Klinik für Thoraxchirurgie, erzählte, wie er bei Operationen am Brustkorb von Säuglingen und Kleinkindern vorgeht, kam im Publikum die Frage auf, wie das bei so kleinen Körpern überhaupt möglich ist. „Da alle Organe im winzigen Zustand vorhanden sind, erfordern solche Operationen sehr viel Erfahrung, Flexibilität und Improvisationstalent des Operateurs. Die Erfolgschancen sind allerdings ausgesprochen gut und der Vorteil ist, dass die Kinder zumeist keine Vorschädigungen durch andere Krankheiten haben und sich sehr schnell wieder erholen“, erklärt Dr. Stockhausen. „Eine Zusammenarbeit mit unseren Kinderärzten und den Eltern der kleinen Patienten ist dabei aber unverzichtbar.“
Abschließend informierte Prof. Dr. Ralf Scherer, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin, über die Schmerztherapie im Clemenshospital. Insbesondere hob er die Patientenkontrollierte Analgesie hervor, bei der sich der Patient selbst auf Knopfdruck über eine Schmerzpumpe Medikamente zuführen kann. Einer Überdosierung wird durch eine optimale Programmierung der Pumpe vorgebeugt.
„Mit dem Vortragsabend haben wir einen würdigen Abschluss für unser Jubiläumsjahr gefunden“, resümierte Gerd Tschorn, Geschäftsführer des Clemenshospitals. „Wir freuen uns über das große Interesse und Vertrauen, das uns entgegengebracht wurde.“


