Demenzprojekt sorgt für Lichtblicke bei Patienten und Angehörigen
Wer an Demenz erkrankt ist, braucht eine ganz besondere Betreuung. Das gilt für den Alltag zuhause, aber noch viel mehr bei Aufenthalten außerhalb der gewohnten Umgebung, wie zum Beispiel in einem Krankenhaus. Damit Demenzpatienten dort nicht die Orientierung verlieren und sich hilflos und allein gelassen fühlen, hat das Clemenshospital ein Demenzprojekt gestartet, das inzwischen auf allen internistischen Stationen eingeführt wurde.

Projektgruppe gegründet

Ins Leben gerufen hat das Projekt Katrin Dierkes, stellvertretende Stationsleitung von Station 5B. Im Rahmen ihrer Weiterbildung zur Stationsleitung hat sie sich des Themas angenommen und in Absprache mit der Geschäftsführung und der Pflegedirektion eine Projektgruppe bestehend aus Pflegenden und Ärzten gegründet. „Ziel war es, den dementen Patienten auf der Station mehr Orientierung zu geben“, erzählt Dierkes. Dafür wurden große Wandkalender und Uhren für jedes Zimmer angeschafft, Schränke mit Namen versehen und an Räumen wie Badezimmern zusätzlich erklärende Bilder angebracht. In einem eigens verfassten Leitfaden wird den Mitarbeitern der richtige Umgang mit Demenzpatienten erklärt. „Wichtig ist, dass Informationen wiederholt und kurze Sätze gesprochen werden und wir uns immer wieder mit Namen und Funktion vorstellen“, sagt Dierkes. „Auch die Einbeziehung der Angehörigen ist wichtig. So können Informationen über Gewohnheiten und Familienverhältnisse des Patienten dazu beitragen, dass wir besser auf ihn eingehen und seine Wünsche deutlicher erkennen können.“

Patientenausweis für mehr Sicherheit

Dierkes und ihre Kollegen haben außerdem einen Patientenausweis entwickelt, den die Demenzpatienten an ihrer Kleidung tragen und der im Falle der Orientierungslosigkeit Station und Telefonnummer im Innern Preis gibt. In der zusätzlichen Weiterbildung „Integrative Validation“ hat die stellvertretende Stationsleitung außerdem gelernt, auf Demenzpatienten gezielt einzugehen und sie wertzuschätzen, sich mit ihren Gedanken und Gefühlen zu befassen.

Was zunächst als Modellprojekt im November 2007 auf Dierkes Station begann, wurde innerhalb von sechs Monaten auf alle internistischen Stationen ausgeweitet. Hildegard Tönsing, stellvertretende Pflegedirektorin: „Wir sind sehr froh, dass wir Demenzpatienten und deren Angehörigen nun noch mehr Sicherheit vermitteln können und wir dadurch Lichtblicke in ihr Leben bringen.“ Nach dem Clemenshospital als Pilothaus werden auch die anderen Häuser der Misericordia GmbH Krankenhausträgergesellschaft im zweiten Schritt Demenz-Projekte starten, so dass sich alle Häuser, in Münster neben dem Clemenshospital noch die Raphaelsklinik, mit ihren Projekten zu einem Gesamtprojekt zusammenfügen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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