Kaugummis statt Medikamente
Die Ergebnisse einer neuen Studie haben Dr. Antonius Beermann zu einer ungewöhnlichen Aktion inspiriert: Patienten, die am Darm operiert wurden, bekommen ab sofort im Clemenshospital Kaugummis ans Krankenbett gelegt.

Was ungewöhnlich klingt, ist aber medizinisch absolut sinnvoll, weiß der Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin: „Nach einer Operation am Darm braucht der Körper sehr lange, bis wieder Stuhlgang möglich ist. Das führt häufig zu einem Blähbauch, die Patienten fühlen sich unwohl und haben Schmerzen. Bisher hat man dann Medikamente gegeben, die den Körper aber auch belastet haben. Neue Erkenntnisse zeigen nun, dass Kaugummi kauen genauso gut hilft und dabei ganz ohne Nebenwirkungen ist.“
Daher hat Beermann zusammen mit dem Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Prof. Dr. Udo Sulkowski, den „Kaugummi-Service“ ins Leben gerufen. Im hauseigenen Design wurden Päckchen mit genau der richtigen Dosiergröße und einer aufgedruckten Kauanleitung angefertigt, die nun jeder Darm-Patient im Clemenshospital erhält. „Wir als zertifiziertes Darmzentrum sehen uns natürlich auch in der Pflicht, auf derartige neue Erkenntnisse zu reagieren und diese optimal zum Wohle des Patienten umzusetzen“, sagt Sulkowski.

Die Patienten freuen sich über die Idee und sind dankbar, ganz ohne Medikamente etwas gegen ihre Beschwerden machen zu können.


Die beiden Oberärzte Dr. Antonius Beermann (l.) und Tim Wessels
erklären den Patienten Bernhard Warode (l.) und Heinrich Wesselmann
die positive Wirkung des Kaugummikauens.

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